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Sollte dieser Blog jemals rein zufällig von Franzosen gelesen werden, wird mein Tod ein rascher sein, vermutlich werde ich mit einem einwöchigen Baguette erbarmugslos erschlagen und es wird noch immer etwas nachhallen, das zum Tatort eilende Zeugen mit einem "Viva la France" definieren würden.
Franzosen müssen gefräßig sein, denn ich kenne kaum eine Nation die so viel zu essen hätte und es doch zwischendurch auf Dinge abgesehen hat, die klingen wie Froschschenkel, Weinbergschnecken und so weiter. Schlimmer in allen erdenklich lukullischen Abgründen ist nur China, aber dessen Einwohner haben ja auch nicht so viel zu essen und sind daher gezwungen unter anderem auch Käfer, Larven, Schlangen etc. zu essen.
Ich könnte nicht behaupten, dass ich sie nicht auch mal gekostet hätte, keineswegs die Froschschenkel, an deren Stelle hatte ich Wachtelschenkelchen die mich in der Zartheit und Größe an die eines Frosches erinnerten, ohne jemals einen solchen Frosch am Teller gehabt zu haben. Verkostet hatte ich also Weinbergschnecken und das beste an ihnen war die kräuterdurchtränkte Butter in der die Dinger schwommen, ohne Haus versteht sich.
Man nehme einen Sack voll Weinbergschnecken und leere ihn in eine Kiste mit Mehl. Die nichtsahnenden Schnecken sind hoch erfreut, fressen das Mehl, scheiden zuerst noch altes Gras und dergleichen aus und anschließend nur noch verdautes Mehl und das scheint den Franzosen zu reichen um zu signalisieren:
"Die Schnecken sind nun sauber."
Wie die Schnecken anschließend aus ihren Häusern evakuiert werden entzieht sich meinen Französischkenntnissen, sie enden genau da, bei den soeben beschriebenen Mehlausscheidungen. Erkennt man die Schnecke als solches, wenn sie einem in einer eigenen hitzefesten Schneckenform, meist zu sechst, kredenzt wird? Kaum, es könnte auch eine zu Tode und leicht gequetschte Wachtel sein, optisch meine ich. Von der Konsistenz erkennt man die Schnecke schon, sie ist wie erwartet, von etwas zäher Konsistenz. Was von der Wachtel ja ganz und gar nicht zu behaupten wäre, aber um diese geht es in dieser Geschichte keineswegs. - Den Geschmack eines Frosches muss ich mir demnächst von französischem Geblüt schildern lassen, da bin ich neugierig.
Und was machen Franzosen, wenn sie zu viel Ente gebraten haben? Sie sperren sie mit viel Fett in ein Glas, versiegeln es und schenken dieses anschließend ahnungslosen, in Wien lebenden Oberösterreichern. Das Glas landet im Kühlschrank und bleibt so lange dort stehen, bis ein gefräßiger Exil-Kärntner zu Besuch kommt und genau danach verlangt. Und alle sind angetan vom wunderbaren Geschmack der ehemals eingeglasten Ente.
Nun - war ja nicht so schlimm. Diese Geschichte reicht keinesfalls für eine Steinigung per Baguette. Oder?
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