Es heißt, in einer Wiener Linien Minute kommt die U-Bahn. Das sagt überhaupt nichts, denn Wiener Linien Minuten bleiben ewig stehen oder vergehen wie im Flug, als wäre die Dauer einer solchen gerade mal zehn Sekunden. Eine richtige Uhr signalisiert zumindest ansatzweise sowas wie Verlass, besagte Minuten auf der Wiener Linien Anzeige tun nur so als ob.
Allerdings weiche ich schon wieder vom Thema ab. Sah ich doch heute tatsächlich Käptn Iglo eine richtige U-Bahn fahren. Und ich dachte er wäre längst untergegangen oder an seinen eigenen Fischstäbchen qualvoll erstickt. Nö, er lebt und fährt in Wien U-Bahn.
Sieht übrigens noch immer so aus wie eh und je. Weißer Vollbart, Kappe auf, sonnengegerbte Faltenhaut, die ihm immer größer zu werden scheint. Nur nicht mit der uns bekannten Kappe. Jetzt ist es eine andere, eine von den Wiener Verkehrsbetrieben. Niemand dort hat sonst sowas auf.
Er fährt ein als gälte es den Fisch so fangfrisch als möglich heimzubringen. Die Fahrt klappt, denn bei Käptn Iglo gibt es keine Störung. Er untescheidet sich im übrigen nicht nur durch sein Outfit von den Fahrerkollegen, ach nein, es ist auch seine Sprache.
So vernahm ich in einer der Stationen laut und deutlich ein:
"No samma`s boid!?"
Für Fremdleser, der Wiener Untergrundsprache unkundige, gemeint war:
"Na, sind wir es bald?"
Also als Käptn Iglo fand ich ihn netter. Denn ein "Bitte einsteigen, Zug fährt ab!" hätte es auch getan.
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