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Der 40er am Land E-Mail

utadohl_aboutpixel.jpgWenn Personen am Land was zu feiern haben, soll es jeder sehen. Wird geheiratet, kleben bunte Luftballons und vieles mehr an den Außenwänden der Häuser, riesige Plakate verkündigen "Wir heiraten!" und feiert man einen runden Geburtstag, dann fällt es einem offensichtlich schwer, sich den Späßchen der Nachbarn und Freunde zu entziehen.

Im Verlauf eines wahnsinnig angenehmen und sehr traditionellen Wochenendes in Peuerbach im oberösterreichischen Hausruckviertel erlebte ich besagte 40er Feier, zumindest aus einer gewissen Distanz. Es handelte sich um den Nachbarn meiner Gastgeber und durch selbige wurde mir der Jubilar so sehr bekannt, als hätten wir einander irgendwann einmal gar persönlich kennengelernt. Letzteres ergab sich jedoch nie. Der Garten seiner Eltern, mit denen er nach wie vor unter einem Dach lebt, wurde anlässlich des Geburtstages von seinem Freundeskreis ausgestattet wie Klein-Disneyland. Zu sehen gab es einen Schreibtisch mit PC und antiquiertem Telefon mit Wählscheibe, ein Fahrrad mit einem Männchen darauf und in der Halterung für Flüssiges gab es eine kleine Weinflasche. Nachdem der Jubilar in einer Bank beschäftigt ist, wurde ihm kurzerhand auch noch ein Sparefroh in den Garten gestellt. Bei der Feier waren wir nicht eingeladen, allerdings Verwandte meiner Gastgeber und nach ihren Erzählungen soll es lustig gewesen sein. Der 40er wagte sogar gegen 2 Uhr 30 ein erstes Tänzchen mit einer ihm bekannten Frau.

Ich erwähnte bereits die Tradition in Bezug auf mein Peuerbach-Wochenende. Wir verloren über die Jahre etwas den Überblick aber es sieht so aus, als wäre es dieses Jahr das 14. Mal gewesen, dass wir (Elisabeth, Thomas & Kids, sowie ich und mein Anhang) gemeinsam etwas Zeit im Hausruckviertel verbringen. Und dazu gehören gewisse Standards, zum Beispiel ein Frühstück bei Astrid.

Astrid macht so ziemlich die leckersten und kreativsten Marmeladen weit und breit. So rücken wir meist zu sechst an und erleben im günstigsten Fall ein wundervolles Frühstück auf der Terrasse ihres schicken Hauses, mit Blick bis zum weit entfernten Traunstein. Astrid wohnt nämlich beinahe im Himmel, verbunden mit einer Straße ist es ihr allerdings ohne weiteres möglich, immer wieder von dort zu den Menschen zu fahren und wieder zurück.

Aber zurück zu den Marmeladen. Mein diesjähriger Sieger war die Marillenmarmelade mit Bananenstückchen. Wenn man beides liebt, so wie ich, ist es einfach der Testsieger schlechthin. Auch sehr lecker, aber ein wenig säuerlich waren die weißen Ribiesel mit Vanille und dann war da noch etwas drinnen, aber daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Absolut durchgefallen ist bei mir in diesem Jahr eine dunkelbraune Marmelade mit Schokolade. Sie war so dünnflüssig, dass sie aussah, als wäre sie ein reines Recycling-Produkt und ich halte mich zurück und schreibe jetzt nicht woher ...

Astrid macht auch leckeres Kräutersalz, überhaupt scheint sie Kräuter sehr zu lieben, denn wir hatten einige davon auch in frischer Form am Frühstückstisch und das war in Kombination mit einem Tomatenbrot außerordentlich fein.

Genug gelobt! Außerdem ist sie bereits vergeben, ein nicht unwichtiger Zusatz für all jene, die ebenso von Astrids Marmeladekreationen testen wollen.

Im Unterschied von den entsetzlich malträtierten Stopfgänsen, habe ich alles selbst gegessen und die überschüssige Menge vollkommen frei bestimmt. Trotzdem kam ich mir vor wie die besagte Stopfgans und konnte mich am Ende des Wochenendes kaum mehr rühren. Damit wir nicht ganz an Schwung verloren, besuchten wir von Freitag bis Sonntag tatsächlich fünf mal das herrliche Freibad Peuerbach. Die Bewegung dort, diente an und für sich nur dazu, um wieder etwas Aufnahmebereitschaft für die nächste kulinarische Überraschung zu schaffen. Und die gab es immer, entweder war es ein üppiges Frühstück, oder ein Grillfest, ein Ribieselkuchen, eine Himbeerenbisquitrolle und vieles mehr. Fad wurde uns diesbezüglich nie, das Ergebnis sehe ich direkt vor mir, wenn ich im schreiben dieser Zeilen an mir hinunterblicke und mehr Bauch zu erblicken bekomme als je zuvor.

Es war ein herrliches, erholsames Wochenende!