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photocase_de_etja_g4hbb99k2.jpgUnd noch einmal geht es um Kärnten. Nein, nicht um den kürzlich verstorbenen Landeshauptmann, der sich, wie man hört, fahrlässig ums aktive Leben brachte. Es geht vielmehr um einen Besuch in Villach, bei dem ich wie verzweifelt rötliches Hildegard von Bingen-Kräutersalz suchte, das sich viel später als grasgrün herausstellte und offensichtlich nur in meiner Fantasie ein von Natur rötlich eingefärbtes gewesen war.

Und ich würde auf meinen gesamten Besitz, auf meine nicht mehr unter uns weilende und daher längst heilige Großmutter Stein und Bein schwören, es war rötlich. Da ich das Kräutersalz damals vor lauter Dankbarkeit dem äußerst liebenswerten, wie talentierten Ehegatten einer guten Freundin für seine vollkommen kostenlosen, aber zielführenden Elektrikerdienste vermachte, ist es leider unmöglich die Konsistenz des Kräutersalzes von dem da die lange Rede ist, nachträglich zu überprüfen.

In Villach in einem unbeleuchteten Reformhaus stehend rufe ich Verena also an und erkundigte mich nochmals nach dem Salz. Grüner Plastikdeckel, grasgrüne Kräuterfarbe, ach, nicht rötlich? Gut du musst es wissen, schließlich steht das Salz ja bei euch, denke ich mir und während eine Frau in den Laden kommt und uns absolut komisch ansieht, beende ich rasch aber höflich das Gespräch.

  Nunalles von vorne.

Wir, meine Schwester und ich stehen vor besagtem Reformhaus und sehen, es ist geschlossen. Abgedunkelt, keine Kunden, kein Verkauf. Gut, denke ich mir, dann probiere ich es trotzdem, obwohl laut Aushang an der Türe, erst in knappen 30 Minuten nach der Mittagspause wieder geöffnet wird. Die Türe ist offen, wir treten ein, ich rufe laut "Hallo". Niemand anwortet und ja, es ist abgedunkelt. Wir sehen uns um, grinsen einander an, ich mache den Vorschlag zu warten bis tatsächlich jemand vom Laden käme und das tun wir letztendlich auch - zur Sicherheit der Waren wie wir meinen. Ich untersuche die zahlreichen Kräutersalze, ganz besonders die von Hildegard von Bingen und bin absolut unschlüssig. Also rufe ich Verena an. Sie hebt ab und berät mich. - Klappe, die Frau kommt ins Geschäft, ich beende rasch das Telefonat.

Meine freundliche Schwester bittet die Frau doch freundlich einzutreten und mit uns darauf zu warten, bis die Geschäftsinhabung oder das Verkaufspersonal wieder kommt. Es sei nämlich vergessen worden abzusperren. Die Frau sieht uns noch immer genau so an als hätten wir grüne Gesichtsfarbe, grüne Fühler auf den Köpfen und eventuell das ganze noch in Alien-Helmen gut verpackt. Sie taut schließlich auf und gibt sich als Verkäuferin des Ladens zu erkennen. Als vergessliche Verkäuferin. Denn sie hatte offensichtlich vergessen abzusperren und verließ den Laden vor etwa 30 Minuten durch den Hintereingang.

Ich meine noch kokettierend zu ihr sie möge doch den Kassenbestand prüfen, schließlich wären wir doch einige Zeit im Laden gestanden. Das tut sie schließlich doch nicht, wir kommen vermutlich voll nett rüber, meine Schwester und ich, sie überreicht uns ein "DANKE" von Zotter, eine leckere kleine Schokolade.

Nachtrag
Als wir so im Geschäft standen, knirschte es draußen vor der Türe und wir konnten in aller Ruhe zusehen wie eine Frau ihren Wagen retour fahrend versuchte einzuparken und dabei von vorne bis hinten, mit der rechten Fahrzeugseite, an einer Laterne entlangschrammte. Das war sozusagen der Bonus der Reformhaus-Geschichte.