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Tanzende Füße E-Mail

photocase_de_mgs_filmtheater.jpgEs gibt viele Gründe einen Kino-Besuch keinesfalls in einem Megaplex anzusetzen. Lautsprecher während des Films (keinesfalls sind damit Ton wiedergebende Boxen gemeint), achtloses Publikum, das dem Film und dem Restpublikum mangelnde Aufmerksamkeit gewährt und vieles mehr, Popcorn, Natchos, Strohhalm-Geräusche.

Weicht man in ein "Elite-Kino" aus, kann selbst dort einiges passieren. Zugegeben nicht viel, aber doch. So tanzen vor einem Fantasyfilm mit dem Titel "The Golden Compas" plötzlich Füße in der Leinwand und man ist geneigt zuzuwarten, nochmals zuzuwarten, bis man enerviert den Platz verlässt um die "Dame" in der vorderen Reihe, es ist fußfrei und dadurch ist es absolut notwendig den Platz zu verlassen, also man steht auf, um die Dame zu bitten die Füße doch wieder am Boden zwischenzulagern, mit dem zusätzlichen Hinweis, dass die Hochlagerung noch ginge, aber das Gezapple so sehr vom Film ablenkt, dass man schon Minuten nur noch auf die Füße starren müsse. Sie erschrak, denn die vorgebrachte Bitte erfolgte in einer spannenden Sequenz. Selbst schuld, wer so dasitzt, soll sich ruhig gehörig erschrecken.

Und jeder hatte einen Dämon bei sich, der unterschiedlichste Formen annehmen konnte und mal gut oder böse war. Nachdem er ein Teil der von ihm begleiteten Person war, lagerte im Dämon sozusagen eine Gen-Copy mit allem drum und dran. Tötete man den Dämon, ging es dem Besitzer schlecht. Wurde der Besitzer getötet, löste sich der Dämon in der Sekunde in Feuer und Flamme auf. Wie im richtigen Leben eben.

Glühwein mit Ingwer und Rohrzucker. Wer zum Wochenende vor dem Spittelberg flieht, der landet sanft im "Goldmund" einem fantastischen Biolokal in dem hervorragend gekocht wird, auch fürs Auge. Das Lokal darf ruhigen Gewissens weiterempfohlen werden. Es verfügt über einen Ofen mit offenem Feuer und eine gemütliche Crew die weiß, dass sie gut ist, ohne jedoch snobish zu sein. Glühwein mit Ingwer und viel mehr und zusätzlichem Rohrzucker. Der erste Glühwein der Saison und dann so ein Volltreffer. Dem Wirt darf gratuliert werden, standing ovation. Die junge Kellnerin von sonst war nicht da, als Ersatz gab es die mehr als bedächtige Mutter des Besitzers, der auch gleichzeitig der Koch ist. Bedächtig aber mächtig aufmerksam. Eine Frau die man, sofern man auf ältere Damen abfährt, sofort ins Herz schließt.

Goldmund kann man getrost empfehlen.

Und weil Thomas letztens ein Mail schrieb und meinte ich würde nur noch böse Dinge schreiben, im konkreten Fall meinte er die Raben-Geschichten, fällt in diesem Blog niemand einem Raben zum Opfer, weder diese Frau, auch nicht der Wirt, niemand, nicht mal die Besitzerin der Zappelfüße aus dem Kino.

Vorhang fällt.