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Eilige Türken E-Mail

photocase_de_kallejipp_5bzjvhzb2.jpgNein, dieser Blog bezieht sich keinesfalls auf den Beitrittswunsch der Türkei in die EU. Er bezieht sich auch nicht auf deren Streit mit den Kurden. Der Titel bezieht sich in allererster Linie auf den Besitzer des Italieners ums Eck. Dachten wir anfangs, er wäre Italiener, entpuppte er sich sehr rasch als Türke.

Er ist ein Mann der zu sparen versteht. Sein heutiges Abendessen: Kartoffelsalat und Pizzastangerln. Er meint das wäre gerade von den 38 bei ihm abgestiegenen Amerikanern über geblieben. Warum er es immer so eilig hat weiß niemand so genau. Vermutlich springt er sogar in der Nacht auf, rennt zum PC, klopft ein paar Zahlen ein, springt wieder ins Bett, schläft einige Minuten um besagten Vorgang bis zum Morgengrauen zu wiederholen.

Mir erklärte er heute, sein Kopf wäre so voll und daher müsse er rastlos sein. Nur deshalb ist er gezählte fünf mal von seiner kleinen Portion Kartoffelsalat mit Pizzastangen aufgestanden. Er muss an sein Lokal denken, an seinen Großhandel und was weiß ich noch, ach ja und an die Spannen die durch die explodierenden Preise immer geringer werden. Außerdem meinte er noch, spüre er, dass allgemein gespart wird. Die Leute werden in seinem Lokal weniger und geben noch weniger aus. Gut, dass er seinen Großhandel hat, denke ich mir.

Er ist schon ewig am Platz, 20 Jahre meint er, betreibe er das Lokal. Knapp die Hälfte davon wohne ich bald ums Eck.

Tonnenweise importiert er selbst Käse, Wein und Schinken aus Italien, im Auto muss er verhältnismäßig ruhig sitzen. Ich stelle mir vor er wird sich die Zeit mit Telefonaten, Selbstgesprächen und entsprechendem herumwetzen am Autositz zu vertreiben wissen. So gesehen ein kleines Wunder, dass er immer heil ankommt.

Und mir ist es ganz so, als hätte ich es bereits einmal geschrieben, seine Tochter beginnt mittlerweile genau so verrückt auf der Straße zu laufen wie er und als hätte sie ihren Kopf auch schon ganz voll. Dabei ist sie gerade einmal um die 11 Jahre alt.