Gelegentlich will es das Schicksal und man lernt auch mal interessante Menschen kennen, Menschen die in kürzester Zeit etwas in einer gewissen Dichte zu erzählen haben. Menschen, mit denen man schon zwischen Tür und Angel, wie es so schön heißt, unheimliche Gesprächstempi erreicht.
Zwischen Tür und Angel war im konkreten Fall das Wiener Museumsquartier. Der Mensch, das war ein Kellner in der sogenannten Kantine, der mir irgendwie als bemühter, leicht tollpatschiger Kellner aufgefallen ist. Zwischen einem der vielen WC-Gängen, es waren immerhin drei große Bier, saß besagter Kellner im Schneidersitz auf der halbhohen Mauer und sah in die Runde. Ebenso Bier trinkend. Als ich zurück kam sprach ich ihn an:
"Bist Du schon müde?"
Er lächelte und meinte, er sei es zumindest ein wenig und er habe gerade Pause um sich etwas auszuruhen. Der tolpatschige Kellner klang wie ein Niederländer und stellte sich nach wenigen Minuten als Israeli vor. Kunststudierend in Wien.
Und so kamen wir zu einer Schaffensblockade, einer unüberwindlichen Mauer, die es vermied weiterzumalen. Zu Videokunstersatz und so weiter. Wie schon erwähnt, es ist schwierig in kurzer Zeit, zwischen Tür und Angel mit jemandem in eine gewisse Gesprächstiefe zu verfallen. Uns gelang es mühelos. Sehr interessant und beredt.
Wir verblieben mit einseitigem Austausch der Visitenkarten und so er will, wird dieses Gespräch eine Fortsetzung erfahren. Supervision von Künstlern. Eine Herausforderung der besonderen Art. Wodurch entstand die Mauer, wie unüberwindlich ist sie, wo liegt das Problem im Allgemeinen. Er meinte Malerei ist zu starr. Ich hatte auf Anhieb einige Beispiele, dass die Starre nicht schwer zu überwinden sei. Es käme ganz darauf an, worauf man male, dann könne man dem malerischen Akt durchaus, in gewisser Weise, die Starre nehmen. Er schien interessiert und beeindruckt. Eilt-Supervision wirkt. Weiters meinte ich noch, es gäbe kaum international bekannte Videokünstler, Maler hingegen schon, auch zeitgenössische. Es wirkt. Adam beginnt an den Gedanken gefallen zu finden.
Er meinte übrigens, die meisten würden ihn für einen Franzosen halten. Dabei sähe er absolut israelisch aus. Ob es gelingt die Mauern Israels abzureißen um die Kunst-Malerei erneut in Adams Hirn aufblühen zu lassen? Es wird fortgesetzt, vorausgesetzt, Israel meldet sich tatsächlich.
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