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Bergkristalle E-Mail
photocase_de_seraf_gzng744e2.jpgWill man in der unwirtlichen Großstadt gut leben, bedarf es zahlreicher Bergkristalle. Bergkristalle, fein geschliffen oder so wie sie die Natur geschaffen hat, am Schreibtisch, ebensolche im Speisezimmer, am Fernsehtisch, nur nicht im Schlafzimmer, dort liegen Rosenquarze. Rosenquarze filtern das was nicht hingehört heraus, werden gelegentlich unter fließendem Wasser ordentlich gespült und durch die Sonne wieder neu geladen.
Kommt man ausgelaugt von draußen, aus der unwirtlichen Großstadt, nachhause, empfiehlt es sich einen Bergkristall zur Hand zu nehmen. Man nimmt ihn als Handschmeichler, blickt hindurch, reibt ihn sanft, hält ihn still und hört in ihn hinein. Hört man in den Kristall hinein, dann vernimmt man mit etwas Glück seine Geschichte von unseren Vorfahren, wie diese damals, vor vielen Jahren, kärglich gekleidet oben auf den Bergen ankamen um im Nichts nach Verwertbarem zu suchen. Gelegentlich fanden sie einen Bergkristall, nahmen ihn mit und platzierten ihn in ihrer armseligen Behausung am offenen Feuer so, dass sich das Licht im Kristall brach und die rußgeschwängerten Wände zum Funkeln brachte.

Mit einem Mal veränderte sich die Stimmung im Raum. Wurde zuvor noch heftigst gestritten, fand sich Frieden, war undefinierbare Unruhe im Haus, zog Ausgeglichenheit ein. Nur der Hunger war noch immer da, der verschwand selbst im schönsten Funkeln der Bergkristalle nicht. Aber es verhalf zum Träumen und das schafft der Bergkristall noch heute. Mit ihm in der Hand wandelt man Wege entlang die ohne ihn unmöglich zu beschreiten wären. Links und rechts spazieren wunderschöne Menschen und jeder von ihnen trägt einen auffallend großen Bergkristall in der Hand.  Und immer wieder bleiben sie stehen, sprechen angeregt miteinander, lächeln und tauschen im Anschluss mitunter ihre Kristalle aus, gehen wieder weiter. Niemand weiß warum sie das tun, selbst die Kristalle wissen es nicht.