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Buona Domenica E-Mail
www.salvaromat.it_antonello_venditti.jpgDie schöne Domenica ist weniger Thema in diesem Blog als eine mir unvergessene Jugendliebe - und diese war keinesfalls weiblich wie man eventuell nun mutmaßen würde. Müsste man die Erinnerung auf ein Geschlecht festmachen, dann war eine meiner unvergessenen Jugendlieben tatsächlich männlich. - Sieh an.
"Buona Domenica" nennt sich ein Hit eines italienischen Liedermachers namens Antonello Venditti. Ein Römer der, so las ich es soeben in Wikipedia, sozialkritische Lieder sang und gemeinsam mit Lucio Dalla ein ganz großer der Musikszene Italiens war und vermutlich noch immer ist, wenn auch in die Jahre gekommen. Da ich mit 16 immer an Sonn- und Feiertagen Dienste in einem italienischen Radiosender machte, dessen Programm in der Hauptsache für Kärnten bestimmt war, kam mindestens einmal pro Tag "Buona Domenica" zum Einsatz. Ich liebte diese Platte. Damals noch auf schwarzem Vinyl, eine leicht angekratzte Single.

Am Cover war wohl Antonello Venditti zu sehen, ich hatte ihn jedoch über die Jahrzehnte vergessen. Das Internet macht es mühelos möglich, so man es möchte, an der eigenen sehr jungen Jugend anzuknüpfen um via "You Tube" nach ihm zu suchen. Über 30 Videos wären abrufbar. "Buona Domenica" einmal im Studio, einmal Live und viele seiner anderen Hits sind ebenso vorhanden. So sah er also aus und so sieht er jetzt aus, mittlerweile alt, mit auffallend weniger Haaren und die Dynamik wich einer ordentlichen Portion Nachdenklichkeit.

Es fühlt sich an als würde man einem sehr alten, lange aus den Augen verlorenen Freund wieder begegnen, ihm die Hand zu geben, ihn zu umarmen und zu fühlen, es ist noch immer stimmig, es passt, was damals war ist plötzlich wieder rauf und runter abrufbar. Die Emotionen, Hand in Hand mit Antonello Venditti lassen mein einsames Leben im Radiostudio wieder aufleben. Mein Puch-Maxi, meine Schallplattensammlung die ich immer mit mir mit ins Studio schleppte und vieles mehr. Es war mein erstes Einkommen und im Mai mit seinen zahlreichen Feiertagen kam ich auf stolze 3.000,- Schilling. Das war ganz schön viel Geld. Damit zahlte ich meiner Großmutter den Kredit ab den sie mir gewährte, damit ich mir das Mofa kaufen konnte. Der Radioeinsatz dauerte nur ein Jahr, dann hatte ich andere Interessen, die wohl nur deshalb Raum fanden, weil  sich das Radio in Zahlungsschwierigkeiten befand und Zahlungen an mich ausblieben. Und weil sie mir Geld schuldig blieben, ging ich mit 17 zu einem Rechtsanwalt und ließ ein Schreiben an die Betreiber aufsetzen - und bekam mein Geld. Interessant ist vielleicht noch der Umstand, dass man sich als 16jähriger kein bisschen Gedanken über Steuern macht. Die blieb ich nämlich schuldig. Aber das ist mittlerweile auch längst verjährt und kann daher sorglos veröffentlicht werden.