|
Im schlimmsten Fall stürzt das Haus ein |
|
Ich liebe Defekte im Haushalt, sie wühlen das Gemüt auf und machen rasch klar, dass es noch unzählige andere Dinge zwischen Himmel und Erde gibt als Arbeit, Freude oder Alltagssorgen, nämlich Professionisten. Wieso vertraut man diesen übrigens in Wien so gern?? Falls es nicht zu lesen war, die Frage basiert auf reiner Ironie.
Der vom Hausbesorger empfohlene Installateur zur Wartung der Therme kommt pünktlich um 7 Uhr und macht durchaus einen vertrauenserweckenden Eindruck. Im krassen Gegensatz zum Telefonat am Vortag. Er reinigt die Therme so gut es geht, ich erfreue mich über den Anblick seines Staubsaugers, der sich leider als Pressluftgerät entpuppt und keinesfalls die Tonnen Staub aus der Therme absaugt, sondern diese fein säuberlich voll Wolllust aber identer Geräuschkulisse im Umfeld der Therme verteilt. Es wird bemerkt, dass der Küchendunst der Therme zusetzt und sie zusehends verklebt und daran gedacht werden sollte, diesen überaus schmierigen Film eventuell doch in einem Jahr entfernen zu lassen. Das würde rund 100 Euro kosten. Dazu müsste man nur zwei riesige Trümmer ausbauen, die würden für einige Stunden in der Firma in eine starke Lauge gelegt und anschließend mit einem Hochdruckreiniger durchgespült. So einfach bringt man das Klebestaubzeug wieder weg.
Halt, da ist ein Druckventil verschraubt, dass eigentlich offen ist. Es wird geöffnet und wird feucht obwohl es trocken bleiben sollte. Das muss ausgetauscht werden, ein Ersatz befindet sich allerdings in der Firma und muss somit am Abend getauscht werden. Ab 17 Uhr würde der Junior-Chef der Firma kommen und es in Ordnung bringen.
Zwischendurch latschte der Mann mit seinen Cowboy Boots durch das Badezimmer und auf den Duschvorleger und so weiter. Innerhalb weniger Minuten passieren dutzende "No Nos" ansonsten war er verhältnismäßig nett. Zumindest wenn man als Kunde davon absieht, dass er als gebürtiger Mazedonier, animiert durch einen Radiobericht auf Ö1, über Einwanderer zu schwadronieren beginnt, im speziellen über die hohe Kinderquote die laut seiner Meinung nur dazu dient, dass der Pascha des Hauses im Wettlokal hängt und gemütlich vom Sozialstat lebt und wir alle dumm sind, die wir noch arbeiten. Ja eh ... 65 Euro inklusive Trinkgeld, beinahe eine Okkassion.
Besagter Junior-Chef kam keinesfalls gegen 17 Uhr sondern um 18.40 Uhr. Und nachdem auch junge Chefs beaufsichtigen und nicht selbst arbeiten sollen, hatte er seinen Vasallen mit, beobachtete sein Tun und unterhielt die Kundschaft. Von der Gestaltung des Auftritts her war übrigens nicht sofort klar wem die Rolle des Junior-Chefs zugeteilt war und wem die des Vasallen. Der stärkere Mann mit der hervorragenden Dialogfähigkeit entpuppte sich letztendlich als Chef und der wahnsinnig ausgelaugt wirkende, auffällig tätowierte Mensch als Vasall.
Das Druckventil wurde unkompliziert ausgetauscht, zuvor das Wasser abgelassen und die darunter stehende Microwelle mehrmals überflutet. Weiters wurde auf meine Frage hin erklärt, dass man den halben Verbau abmontieren müsse, um die vom Vormittag avisierte Reinigung tatsächlich durchführen zu können, dazu brauche es einen Tischler. Der wurde mir unerwarteter Weise nicht empfohlen. Nachdem diese, für das kommende Jahr vorgesehene Reinigung in ungreifbare Entfernung rückte, soll über uns in aller Ruhe das Haus einstürzen, wir reinigen einstweilen mal nicht. Macht nochmal 110 Euro inklusive Trinkgeldverweigerung von Seiten des Kunden.
|