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bergauf_2_bebe_aboutpixel_de.jpgAlso so ein paar Tage Urlaub, das hat schon etwas. Wobei, wenn ich so genau überlege, heute hatte ich sicherlich noch einmal gute vier Stunden Arbeit an den "Kraftorten in Wien". Es galt ja die Bildtexte zu schreiben. 192 Seiten und mindestens so viele Bilder, da sammelt sich schon was an. Mittlerweile bin ich fertig und es waren in Summe stolze 12 Seiten A4, die ich in den vergangenen 3 Tagen fabrizierte.

Darüber wollte ich primär nicht schreiben, vielmehr ist mir beim Öffnen des Blogs eingefallen, dass ich heute zwischendurch zweimal auf 1 850 Metern war und dort feststellen konnte, dass von oben alles anders aussieht. Der Zug ist zum in die Hand nehmen und würde sich vermutlich zwischen den Fingern wieder rauswurschteln um seine Strecke wieder aufzunehmen. Die Paraglider sind zuerst ganz groß und werden immer kleiner bis zur Größe von lästigen Fliegen. Und die gute Luft erst, die Stille, kein Autolärm oder sonst was. Als Städter kann man sich ja beinahe keine Sekunde ohne Autolärm ausmalen. Da oben war es so still, dass ich mich ernsthaft fragen musste, ob ich mich beklemmt fühlen sollte oder ob ich es ohne Beklemmung auch zu genießen imstande bin. Ich entschied mich für letzteres.

Heidelbeeren vulgo Schwarzbeeren pflückte vulgo brockte ich auch. Die schmeckten herrlich, so voller Sonne. Zum Schluss waren meine Finger und Hände blau und ich vollkommen glücklich, mein Partner besorgt, denn er meinte er wäre sich nicht sicher, dass man das da wirklich essen könne. Tja, beinahe hätte ich gesagt, typisch Stadtkind. Dabei ist es ein vom Land hervorgebachtes Kind und sollte über Schwarzbeeren doch Bescheid wissen. Aber vermutlich gibt es die in seiner Heimat und auf der Rax nicht. Daher auch die Ängstlichkeit.

Und dann waren wir in einer Bäckerei und kauften uns eine Kleinigkeit. Ein Laden mit üppigem Angebot und so wahnsinnig vielen Wespen, wie ich sie noch nie zuvor in einer Bäckerei gesehen habe. Unmengen von Wespen saßen auf dem süßen Gebäck und nagten fröhlich vor sich hin, flogen wie irr hinter der Budel hin und her und die Verkäuferinnen taten so, als gäbe sie nicht.

Erst viel später, ich bin leider nicht immer ganz so spontan wie ich oft scheine es zu sein, erst viel später viel mir ein, dass ich einen kleinen Witz hätte absetzen müssen. Ich hätte schlicht und ergreifend die Frage stellen sollen:

"Verkaufen Sie auch Wespen?"

Und dann wäre ich doch gespannt wie die Verkäuferinnen reagieren. Entweder mit

"Wespen sind heute leider aus!"

wenn sie mitspielen. Oder sie meinen vielleicht sogar

"Was? Ich weiß garnicht was Sie meinen."

denn die Vermutung liegt nahe, dass sie die Wespen bereits aus ihrem Bewusstsein ausblendeten, keine sehen und daher nicht in der Lage sind diese zu verkaufen.

Sollte der Laden morgen noch geöffnet haben garantiere ich, dass ich diese, meine Frage dort absetze.

Um noch einmal auf die Berge zurückzukommen und auf die Distanz zwischen einem selbst und dem da unten. Ich muss in Hinkunft jedem, der mir sein Herz ausschüttet und dem es nicht so besonders gut geht, unbedingt empfehlen auf einen Berg zu fahren und hinunterzublicken. Ja, so klein können Sorgen sein. Und ich garantiere es, am nächsten Tag geht es schon besser. Und wenn die Kur nicht anschlägt, nochmal auf den Berg hinauf. Und wenn sie noch immer nicht anschlägt, statt mit der Gondel, dann zu Fuß. Dir werde ich helfen. Die Sorgen sind klein, weren immer kleiner und kleiner und sind nicht mehr vorhanden.