Ich bekenne, ich bin in einem Martriarchat aufgewachsen und mir fehlte vermutlich bis zu meinem 17. Lebensjahr jede Vaterfigur. Als ich vor wenigen Monaten über meine Väter nachdachte, war es kein Problem einen biologischen Vater festzumachen, er ist schließlich bekannt, selbst mir. Als es darum ging einen emotionalen Vater zu finden, ja da stand ich an und fand keinen. Ich tippte auf einen Onkel der mich ungefähr drei Jahre begleitete, aber seine Ex-Frau, meine Tante, meinte, er wäre nie zuhause gewesen und immer mit seinem Unternehmen beschäftigt gewesen. Sie könne beim besten Willen keine emotionale Vaterschaft seinerseits mir gegenüber erkennen. Und das glaube ich auch, denn sie verbirgt mir nichts.
Also ich bin in einem Martriarchat aufgewachsen, aber eines bin ich wirklich nicht.
ICH BIN NICHT FRAUENFEINDLICH!!!!!
Ich muss mich erklären. Eine enge Freundin von einer Freundin von mir, also eine Frau die ich nicht persönlich kenne, besuchte meine Homepage und sah offensichtlich eines meiner Bücher, die "Rambo-Frauen". Sie las den Text dazu und kam zur Konklusio:
"Der Mann ist ja total frauenfeindlich."
Meine Freundin war letztlich durch diese Feststellung so gestresst, sie wusste ja, dass ich es nicht bin, also rief sie mich an um mir von dem Gespräch zu erzählen. Daneben kochte sie und war zudem mit der richtigen Balance des Telefons zwischen Ohr und Schulter beschäftigt. Der Stress potenzierte sich und daraus entstand ein längeres, intensives Gespräch in dem sie unter anderem die Überlegung mit einbezog, ob es nicht vernünftiger wäre diesen Titel von der Homepage zu nehmen, damit die Menschen die hier zu Besuch sind, keinen schlechten, nämlich falschen Eindruck von mir gewinnen.
Ich meinte, wer meine Blogs liest, der weiß wie ich bin und was ich denke und vor allem, dass ich niemandem Feind bin.
Wie entstand das Buch? Uwe Seebacher rief mich eines Tages an, ich kannte ihn durch einen Bekannten. Er lebte gerade in Scheidung und machte einiges mit seiner Frau mit, denn angeblich war sie ihm gegenüber gewalttätig. So kam er auf die Idee sich mit seinem Verlag diesem Thema zu widmen, also wollte er von mir wissen, ob ich aus seinem Titel "Rambo-Frauen" ein Manuskript schreiben möchte. Ich meinte zwar, dass ich mit dieser Materie nicht vertraut sei, aber es wäre eine Recherchesache und ich war buchtechnisch gesehen gerade frei und bereit etwas Neues zu beginnen.
Ich kann mit gutem Gewissen sagen, die Recherche war absolut interessant und aufschlussreich und daraus enstand ein gut lesbares Buch, das für Männer gedacht ist, denen es ähnlich ergeht. Sozusagen ein Leitfaden um aus ihrer persönlichen Breduille zu kommen. Es ist absolut kein Buch der Frauenverhetzung.
Muss ein Journalist oder Autor der über Mörder schreibt ein Mörder sein? Muss ich also frauenfeindlich eingestellt sein um so ein Buch zu schreiben, das sich beabsichtigt fern jeder Frauenfeindlichkeit befindet und eine Spiegelung von realen Erlebnissen ist?
Ich halte inne, lege meinen Kopf voller Demut auf den Hackstock und warte ab was geschieht.
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