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Dem kleinen Tod ausgeliefert E-Mail

photocase_de_ivanr_376221552.jpgEs heißt jeder Abschied ist wie ein kleiner Tod. - Manchmal ist er auch größer und schmerzhafter, oft endgültig und unumkehrbar. Dass es so ist, lernt man in einem Seminar namens "Lebens-, Sterbe-, Trauerbegleitung". Dort erfährt man viel um die Themen Leben und Sterben, die Endgültigkeit oder auch die augenblickliche Endgültigkeit.

Im Seminar setzt man sich auch mit dem kleinen Abschied und dem kleinen Tod auseinander. In Zeiten wie diesen, wo die Aasgeier der Geschäftsführungen um jeden Mitarbeiter kreisen, in diesen Zeiten gibt es viele Abschiede, kleine und große und damit verbunden, kleine und große Tode. Schmerzhaftes Auseinandergehen macht sich breit, jedes Mal, denn man weiß ja nicht ob man sich in diesem Flur jemals wieder sehen wird. Die Zeiten sind verdammt kurzlebig geworden. So kurzlebig, dass man dir keinesfalls in der Woche zuvor aufrechten Blickes sagen kann, dass der Stuhl auf dem man es sich so halbwegs eingerichtet hat, dass er gehörig wackelt und dich sehr bald nicht mehr tragen kann.

Als hätten die Aasgeier der Geschäftsführungen in den Böden und Wänden der Büros Löcher gegraben, in denen immer mehr verschwinden. Gerade waren es noch 10, jetzt sind es nur noch 8 und ehe man sich nochmals umsieht, erscheint es einem als würde schon wieder jemand fehlen. Die gefräßigen Löcher gehören gestopft, allerdings nicht mit den Kollegen die einem umgeben sondern mit den Aasgeiern der Geschäftsführung oder mit den Limousinen der Herrchen. Verlegt gehören sie allemal, sonst wird einem noch mehr genommen. Erste Opfer werden gebracht und man tut freundlicher als sonst. Wirft sich zum Gruße auf den Bauch und wedelt mit dem imaginären Schwanz um eines der Walrösser über einen drüberstampfen zu lassen. Im Spiegel sieht man die Schritte nicht. Hätte man aus Freundlichkeit deren Anus geleckt, könnte man sich nicht so ungeniert in den Spiegel blicken ohne die Überreste der vorangegangenen Mahlzeit im Spiegelbild wieder zu finden.

Wie weit soll es noch kommen. Wenn die Bosse alle ihre Mitarbeiter auf die Straße werfen, wird bald nieman mehr ihre Produkte kaufen. Aber das haben sie wohl noch nicht bedacht. Kurzsichtige Artgenossen am Egotripp. Wir müssen Gewinne erhöhen und das am besten vorgestern. Wenn wir die Gewinne erhöhren, die Aufwände drücken, dann werden wir als die waren Leader erkannt, kommen weiter rauf, verdienen mehr, sind mehr. Werft noch ein paar Mitarbeiter auf die Straße und erhöht die Gangzahl, wir müssen mehr erlösen. Holt bei den Partnern mehr raus, wir müssen die Effizienz steigern und zeigen wie gut wir sind. Und dafür gehen wir über Leichen und das ab sofort.