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Wie ich an dieser Stelle bereits verlautbarte, erwarte ich einen Jugendlichen. Nicht, dass man mir kein Kind zutrauen würde, es sind allerdings ausschließlich Jugendliche in der "Warteschleife" für patenschaftswillige Erwachsene, so richtige Kinder werden noch nicht per Schlepper nach Österreich gebracht. Es wurde mir mittlerweile auch mitgeteilt was es wird. Ich bekomme ein Mädchen.
Welches Mädchen es genau sein wird kann ich zum heutigen Zeitpunkt allerdings noch immer nicht sagen. Ich weiß nur, dass es zwei Mädchen gibt die dringend auf einen Paten warten, das eine aus der Mongolei, das andere aus Somalien, Afrika. Beide sind 17 Jahre jung. Mehr weiß ich noch noch nicht und es könnte durchaus auch sein, dass sich das Vergabekarusell nochmals dreht und bei ganz anderen Personen stehen bleibt. Mal sehen und das Ergebnis wird hier verlautbart sobald es fest steht.
Meiner Umwelt sende ich bereits kräftige Signale bezüglich des Nachwuchses und ebensolche Signale erreichen mich. So entschied sich meine mir allerliebste Yoga-Lehrerin spontan und innig, dass sie einmal im Monat für eine Doppelstunde auf ihren Lohn verzichten würde und ich diesen in ihrem Namen meinem neuen Schützling als Taschengeld übergeben solle. Bei meinem Italiener saß ich zufällig mit maßgeblichen Personen des Projekts Connecting People zusammen, erzählte nebenbei dem netten Türken, der den Italiener betreibt von meiner Patenschaft und forderte ihn vollmundig auf die Person einzuladen, wenn ich mit ihr zum Essen zu ihm käme. Stimmt, ich gebe ja durchaus zu, das war "Hardselling", nannte es allerdings breit lächelnd "Social-Marketing", aber ich muss nun auch berichten, dass Levent, der eine Betreiberteil des Lokals sofort meiner Idee zustimmte und keinesfalls mehr Zwang von Nöten war. Ich werde ihm an anderer Stelle nochmals bekräftigen wie nützlich diese Taten für seinen Heiligenschein oder was auch immer wären.
Dies sind nun schon zwei Errungenschaften um die Patenschaft für den Patenjugendlichen zu einem angenehmen Perpetuum Mobile zu gestalten und ich bin überzeugt, dass mir noch einiges mehr einfallen wird. Nein, grenzenlos verwöhnt werden soll niemand, aber schön wäre es, wenn man diesen Jugendlichen das Gefühl geben kann, dass sie mit offenen Armen bei uns aufgenommen werden und, dass sie durch die Patenschaften vielleicht doch ein Stück mehr aus ihren "Aufbewahrungsstellen" heraus kommen. Es soll ihnen klar und deutlich vermittelt werden, dass Österreich nicht ausschließlich aus Wählern besteht die einer blauen oder orangen Partei zu Füßen liegen.
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