Die Liebe beschäftigt uns mehr oder weniger vom ersten
unserer Tage bis zum Letzten. Die Liebe die wir von unseren Eltern,
insbesondere von unserer Mutter bekommen, ist Brennstoff für unseren
Lebensmotor. Erhalten wir diese so wichtige Mutterliebe nicht, fehlt ein
wichtiger Bestandteil in unserer Entwicklung und nicht selten werden wir das
ganze Leben nach der in der Kindheit nicht erhaltenen Liebe suchen. Meist ist
sich der Suchende nicht einmal darüber bewusst wonach er sucht, aber er sucht sein
ganzes Leben so lange, bis er inne hält und das Gefühl hat, endlich gefunden zu
haben, wonach er suchte.
Dies ist der erste Aspekt der Liebe, die offene,
bedingungslose Liebe unserer Eltern. Später gesellt sich eine Liebe in unser
Leben, die partnerschaftliche, meist beziehungsgebundene Liebe. Du wirst selten
auf Dauer erhalten können, was du nicht fähig bist zu geben. Gerade in der
späteren partnerschaftlichen Liebe ist der Einklang, die liebende Dualität so
wichtig, damit die Quelle der Gemeinsamkeit zu sprudeln imstande ist. Fällt ein
Teil der Gemeinsamkeit aus, wird die Quelle über kurz oder lang versiegen und
so lange trocken sein, bis der fehlende Aspekt durch die alte funktionierende oder
eine neue Partnerperson ergänzt wird. Gerade in der Liebe ist eine stete Anstrengung
nötig, durch nichts, kommt gerade hier nichts. Wenn ich nicht in der Lage bin
meine Liebe zu nähren, dann werde ich nicht auf Dauer lieben können. Und je
bedingungsloser ich meine Liebe „anlege“ umso weiter bin ich. Lieben um geliebt
zu werden ist möglich, aber zu kurz gegriffen. Aber auch die selbstlose Liebe
braucht einen Widerhall, denn gänzlich ohne, wird auch sie versiegen. Denn wozu
soll von dir selbstlos geliebt werden, wenn dein Gegenüber es so überhaupt
nicht schätzt. Und auch nicht jeder ist bereit deine selbstlose Liebe zu
würdigen, zu empfangen, weil die Zeit noch nicht dazu bereit ist oder weil es
einfach auch der falsche Adressat ist.
Mit der Liebe ist es wie mit den Beziehungen. Es darf das
Herz sprechen, der Verstand, die Ratio, darf jedoch zuhören und ab und an
seinen Teil dazu geben. Nur ganz ein wenig, so als Kleinstanteil ist es nicht
vergeblich, den Verstand zu kontaktieren und um Rat zu fragen. Denn das Herz
würde sich sonst in der Liebe verausgaben und vielleicht sogar ausbluten, denn
es gibt und gibt und gibt und nimmt auf seine eigenen Bedürfnisse, auf seine
eigene Konstitution keine Rücksicht. Der Verstand als entfernter Wächter des
Herzens darf gelegentlich überprüfen, ob alles in Ordnung ist und alles seine
Richtigkeit hat.
Und es gibt Menschen unter euch, denen ganz offensichtlich
die wahre Liebe verwehrt bleibt. Sie haben in der Regel eine Sperre in sich
aufgebaut, die diese, die wahre Liebe nicht durch lassen. Was nützt es, wenn
sie lauthals sagen, sie wären längst bereit für die Liebe und in Wahrheit sind
sie verschlossen wie ein Schrank und es wäre jedem unmöglich in Liebessachen
auf sich aufmerksam zu machen. Wie lässt sich besagte Sperre beseitigen? Es ist
nicht so schwer, Schritt 1 wäre, sich ihrer bewusst zu werden. Schritt 2 wäre,
sich nach der Bewusstwerdung der Sperre, sich ihrer anzunehmen und sie in
einigen Meditationen und Achtsamkeitsmomenten aufzulösen. Schritt 3 wäre, die
Aufmerksamkeit nach außen zu stülpen um die Liebe auch tatsächlich kommen zu
sehen.