header image
Home arrow Blog arrow Guten Tag Sisyphus
Guten Tag Sisyphus E-Mail

photocaseapdratya2.jpgIst doch interessant wie stark die griechische Mythologie immer wieder in unser Leben spielt. Oder sind es nur diverse, immer wiederkehrende Lebensumstände gewesen, die damals festgehalten wurden und somit, durch die Wiederholung der Geschichte, nach wie vor über höchste Aktualität verfügen.

Ein Stück griechische Mythologie steckt in allen von uns. Manchmal würden wir uns wünschen wie König Midas, Dinge zu berühren um sie in Gold zu verwandeln. Besagte Gabe würde sich bei den aktuellen Goldkursen auszahlen. Die goldenen Äpfel der Hesperiden hingegen würden sich nur einige wenige leisten können und diesen wäre somit die ewige Jugend hold. Vollkommen ungefragt sitzt Sisyphus mit seinem riesigen Stein auf uns und er ist manchmal mehr und manches Mal weniger zu spüren. Es kommt offensichtlich auf die Steigung an die man den Stein seines Lebens soeben nach oben zu bewegen hat.

Gelegentlich wird man auch von anderen, ohne Nachfrage, mit eingespannt um an deren Stein zu drehen. Geschickte Manipulanten machen es möglich, sich etwas zurückzunehmen und einem mit aufmunternden Zurufen für sich schuften zu lassen. Vollkommen verrückt, wenn sie auch noch behaupten Teamplayer zu sein und in Wirklichkeit laut die Jause schmatzend, oben am Stein sitzen und sich darüber mokieren, dass es nicht rasch genug geht und man sich doch um Himmels Willen mehr anstrengen müsse. Bleibt noch zu hinterfragen ob besagte Teamplayer die offensichtlich keine sind, ob diese das wissen oder ob ihre eigene Realität so sehr verzerrt ist, dass sie es nicht anders wahrnehmen und fix der Ansicht sind in Wirklichkeit anders zu sein als in der Wahrnehmung von außen. Der Jammer ist, dass ihnen zu selten der Spiegel vorgesetzt wird und sie daher über ihre Strahlkraft in die unmittelbare Umgebung selten Bescheid wissen und selbst dann sind sie der Meinung es läge an jenen, die einen ja wirklich nicht erkennen.

Wie kann es sonst sein, dass Fünfzigjährige meinen, sie seien stets von anderen am richtigen Leben gehindert worden und hätten zumindest die vergangenen 25 Jahre total falsch gelebt. Sie würden viel lieber ganz was anderes in ihrem Leben machen und schaffen es nicht, weil andere wie Kletten an ihnen hängen und sie statisch werden lassen oder in Richtungen drängen in die sie nie gehen wollten. Angeblich verändert der Mensch nicht gerne und lebt lieber in seinem Dienstrad als einmal auszusteigen um den Tag anders zu leben. Mit jedem einzelnen Tag schließt sich ein Buchdeckel und wird wieder ein neuer geöffnet. Welches Buch es ist, bestimmen wir, nur es gehört ein bisschen Mut dazu zum anderen Regal zu gehen um neues, vielleicht noch unbekanntes Terrain zu betreten. Nur wenn der Mut fehlt, sollte es erkannt und diesen Personen somit die Lizenz zum Jammern entzogen werden. Bis zum Lebensende zu jammern und nichts dageben zu tun, das ist vielleicht doch zu wenig, lasst es uns diesen Personen schonend nahe bringen. Jammern ist out, ändern ist in.