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Des Baumeisters Glück E-Mail

apa_kleine_zeitung_183.jpgWer hätte das nach Paris Hilton noch gedacht. Wäre nicht Jaqueline eingesprungen und hätte sie nicht ihrem Vater ihren persönlichen Herzenswunsch ins Ohr geflüstert, wäre heuer wohl turkey Brittney des Baumeisters Gast am Opernball gewesen und hätte sich in ihrem labilen Zustand von Richie quer durch die Oper schieben lassen müssen.

Dita von Teese kannte vor dem Opernball in Österreich wohl kaum jemand. Außer eingefleischten Marilyn Manson Fans, dessen Angetraute sie einmal war, war von Teese für den Rest maximal so etwas von Unbekannt.

Die Frau hat Stil und wird von den Stillosen als Stripperin verkannt. In Wahrheit ist sie eine Bulesque, was für die Unkundigen unter uns so viel bedeutet wie christliche Stripperin. Dita zeigt weder Nippel noch Schafspelz, sie ist keusch wie eine Klosterschwester, nur ohne Rosenkranz. Gut - Klosterschwestern rekeln sich niemals in überdimensionalen Gläsern mit künstlichen Oliven. Sie müssen allerdings auch niemals ihren Unterhalt selbst verdienen.

Es darf davon ausgegangen werden, dass Dita von Teese den Baumeister nicht verstehen konnte. Diese Mischung aus weinseligem Wienerisch und angegrautem Volksschulenglisch ist ausschließlich nur dann zu verstehen, wenn man gut dafür bezahlt wird. Also tat sie so als würde sie ihn gut finden, nickte und lächelte. Beides zurückhaltend. Dita hat Stil und den lässt sie jede Minute spüren. Der Baumeister kratzt sich am Hinterhaupt und fühlt sich mit Sicherheit in seine Kindheit versetzt, in der Gegenwart seiner gestrengen Frau Mutter.

"Your hair iss rrrealli biutifuhl!" raunt er Dita zu und nippt an seinem Sektglas. Und während er das tut, rinnt mindestens das doppelte an Speichelkonzentrat retour in das Glas. "My mutter was so nice like you. You have the same hair like mei mutter, really, believe me, thät is no joke." Der Baumeister lacht lauthals und klopft sich dabei auf die Oberschenkel. Dita denkt an die Kohle und lächelt zurück. Mehr nicht, mehr stand auch nicht im Vertrag.

Gestern bekam ich noch ein Mail von Dita und sie meinte, es wäre der interessanteste Ball in ihrem Leben gewesen. Sie war zwar in ihrer Loge etwas einsam, denn Richie Rich war schwer verständlich und ab einem bestimmten Zeitpunkt am Tisch eingeschlafen. - "The Champagner, you know!" Sie wollte außerdem noch wissen ob Richie ganz bei Sinnen sei oder ob das alles eine österreichische Spezialität oder Eigenheit sei. Ich konnte sie davon überzeugen, dass es keinesfalls allgemein üblich sei so zu sein und, sie davon ausgehen dürfe, dass Richie Rich sich nur in den Medien so gäbe als wäre er mit einer Stubenfliege in Schallgeschwindigkeit zusammengstoßen. In Wirklichkeit fände sich hinter dieser Fassade ein genialer, intelligenter, ausgefuchster Geschäftsmann, der es in den USA mit Sicherheit zu "Trump-Dimensionen" gebracht hätte. Dita meinte abschließend noch, sie hätte eine Horde an wahnsinnig tollen Freundinnen und vielleicht würde er ja eine von ihnen nächstes Jahr wieder einladen. Immerhin, meinte sie, wäre das ganze ja ein sehr lukrativer Job. Man hätte wenig zu tun und könne mit einigen Dollars im Koffer wieder abfliegen.

"Would be nice!"