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Hoch leben die talentierten Handwerker, die Könner ihres Faches, die Meister der Stichsäge, der Hämmer, Bolzen und diversen Verarbeitungskünste. Erst wenn es darum geht selbst Hand anzulegen bemerkt man nicht selten, dass einem bisher unbemerkt zwei linke Hände durch das Leben trugen.
Hoch leben die talentierten Handwerker, die Könner ihres Faches, die Meister der Stichsäge, der Hämmer, Bolzen und diversen Verarbeitungskünste. Da wird man eines Tages von der Stromwirtschaft kontaktiert man möge sich für den 30. des Monats bereit halten, der Stromzähler würde ausgetauscht. Sämtliche Verkleidungen vor oder um demselben wären zu entfernen, der frei Zugang zu gewährleisten.
Da war bereits das erste Problem. Der wohnungseigene Stromzähler war vom Vormieter fein säuberlich in den Kasten verbaut. Wohl ausgeschnitten und verhältnismäßig frei, jedoch das Kastenteil in dem er hängt ist derart eng, dass ein Mechaniker der Stromwirtschaft ob seines vermuteten Bierbauches kaum daran arbeiten wird können. Es hätte eventuell der Versuch gestartet werden können um einen schlanken, kleinwüchsigen Mitarbeiter anzufordern, ein junger Mann frisch nach absolvierter Lehre, aber besagtes Wunschdenken wird wohl ein solches bleiben und der resche junge Mann wird so nicht zur Verfügung gestellt werden können. Viel blieb einem dabei erspart.
Also demontiert man einen Teil des Kasteninnelebens um wenige Minuten später zu bemerken, dass eines der Zwischenbretter nicht einfach so zu entfernen ist - nicht einmal mit sanfter Gewalt. Zum Gaudium der linken Hände bricht ein Teil der Bodeneinlage nach unten. Der Tischler der Vormieter unterfütterte die Bodenplatte zwar auf der Vorder- nicht jedoch auf der Rückseite, was eben dazu führte, dass sie nach unten brach. Pressholzplatten eben, die halten so gut wie nichts aus, schon gar nicht zaghaft handwerkende 86 Kilogramm. Mit sanfter Gewalt konnte nun ob des entstandenen Spielraumes nach unten hin, die Mittelwand entfernt werden, nicht jedoch ohne sie in einnigen Bereichen doch leicht zu beschädigen. - Die linken Hände winken lebhaft.
Ein Vorteil, dass man einen ehemaligen Tischler als Schwiegervater angeheiratet hat, der in wenigen Tagen mit der Bahn gen Wien fahren wird, um erstens den Ausschnitt zum Stromzähler mit einer Stichsäge zu vergrößern, damit der Vertreter der Stromwirtschaft nicht über den zu kleinen Ausschnitt motzt und nach dessen Abzug und mit zwei fundierten, rechten Händen bei der Rekonstruktion des Kastenteiles die fachliche Führerschaft übernehmen kann.
Der Optimist in meinem Herzen hofft also in wenigen Tagen zufrieden lächelnd den Kasten anblicken und glücklich die Zeilen "Ende gut, alles gut" summen zu können.
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