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Tischfußball E-Mail

photocase_de_morph3us_987162262.jpgHans Peter Haselsteiner, der riesige Bau-Tycoon, Herr über STRABAG und Co, meinte in einem Interview mit dem KURIER er verstehe nicht, dass man so viel Geld einer UEFA zahle um die EURO austragen zu dürfen. Wo doch unterm Strich kaum was hängen bliebe und der typische Österreicher ein Bergmensch sei und keinesfalls Flachländer. Daher kaum Fußballaffin, sondern sich viel eher in den alpinen Sportarten versuchen sollte.

Haben Sie schon einmal am Tischfußball gewutzelt? Nein? Dann versuchen Sie es mal. Mich musste man erst dazu zwingen, mir gut zureden und davon überzeugen, dass es eventuell auch Spaß machen könnte. ... und es machte großen Spaß. Was anderen, nämlich verbissenen Sportlern verwehrt blieb, das konnte ich von ganzem Herzen, laut lachen. - Und ich spielte schlecht, dies nur nebenbei - mit meinem lauten Lachen versuchte ich so gut wie nur möglich davon abzulenken. Mein ehemaliger Firmenkollege meinte ich sei eher ein Taktiker. Seine Erkenntnis fußt vermutlich darauf, dass ich mich mit meinen Mandln immer vor die seinen stellte um tunlichst zu verhindern, dass er kräftige Torschüsse abgeben konnte. Meist gelang es mir. Die rasanten und kräftigen Schüsse blieben mir verwehrt, ich kehrte den Ball eher künstlerisch über das kleine Spielfeld in Richtung gegnerisches Tor und nicht selten in das eigene.

So nach und nach wird man als EURO Beobachter ohne Ehrgeiz dem Fußball zugeführt, ob man will oder nicht. In diesem einmonatigen Fußballcamp steigt anschließend jeder als zusätzlicher Nationaltrainer in den Ring. Und immerhin, dank der EURO wurde ich von einer türkischen Nachbarin die euphorisch, glühend vor dem Lokal ihres Mannes stand, heftig umarmt und geküsst. - Ohne EURO wäre mir selbiges nie passiert. Ein nahezu wertloses Ereignis, denn es fand lediglich zur Befriedigung ihrer selbst statt, denn ich sah das Spiel nicht und bekomme zukünftig wohl auch keine Prozente auf meine Konsumation. Und hätte uns ihr Mann beobachtet, würde ich entmannt, mit durchgeschnittener Kehle im Rinnsaal vor dem Lokal liegen oder mich bestenfalls als nicht zu identifizierender Pizzabelag auf "Quattro Stagioni" wiederfinden. Somit dreht sich das Ereignis doch in eine gewisse Werthaltigkeit, denn ich durfte es erleben und befinde mich nach wie vor im Besitz aller meiner Sinne.

Was hält man übrigens von einem Freund der einen in die Fanmeile zu einem "Österreich - Deutschland-Spiel" einlädt? Wie gut kennt mich dieser Mann? Sollte die Freundschaft überdacht oder zumindest mal kurz diskutiert werden? Oder war es bloß Ironie?