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Im Jammerwald E-Mail

benzo_aboutpixel.jpgFällt es nur mir auf oder wird generell zur Zeit viel zu viel gejammert? Im Finale des vergangenen Wochenendes fiel es mir plötzlich auf und ließ mich nicht mehr los. Jeder einzelne Mensch der mich umgab, jammerte mich irgendwann im Verlauf der vergangenen Tage an. Oder nahm ich es mir nur so zu Herzen und bezog es zu sehr auf mich? Hätte ich etwa beide Ohren aufsperren und es zum Beispiel im rechten Ohr hinein und genauso rasch im linken wieder rauszischen lassen sollen, bevor es noch in der Lage war sich irgendwo festzumachen?

Lasse ich mir nochmals die Jammergründe durch den Kopf gehen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben sich doch noch einzunisten, dann waren vermutlich alle Anklagen von Berechtigung. Die Kinder, der Hunger, die Kälte, die Mitreisenden in der Zweiten Klasse, der Fahrstil unseres Taxifahrers und was weiß Buddha was nicht noch alles.

Und heute passierte Wunderbares, ich musste den halben Tag selbst jammern. Eine Infektion vom Wochenende ließ mich nicht los und ließ es mich gleich tun.

So jammerte ich über die viele Arbeit, über mein nervenaufreibendes Multitasking, über das nicht funktionierende Fax oder über das Krokodil, das ich heute in ungerechtfertigter Weise am liebsten gevierteilt und in Form von kleinen, lieblichen Portmonaies oder kreativen Devotionalien an meine Kollegenschaft verschenkt hätte. Ich habe es zumindest in der beruhigenden Atmosphäre des Abends so in Erinnerung, als wären meine Aggressionen dem Ledervieh gegenüber letztendlich doch unbegründet gewesen. Kann mich aber einer gewissen Amnesie gegenüber nicht ganz verschließen. Da war etwas, aber es könnte auch das verflixte Fax gewesen sein.

Hatte ich schon einmal von meinem Traum neulich erzählt? Ich träumte von meinem Krokodil, wir hatten den ganzen lieben langen Tag miteinander zu tun. Es war ein wunderschöner Tag, denn ich wurde den ganzen Tag ebenbürtig behandelt als wäre ich auch eines jener Handtaschentiere. Kein einziges Mal wurde mir mit den polierten Beißerchen in den Oberschenkel gekniffen und mit einem Ruck ein Stück daraus entfernt. Es war ein Tag gegenseitiger Wertschätzung, ein Tag gemeinsamer Ziele und Hoffnungen. Es war einfach ein bemerkenswerter, wunderschöner Tag an dem wir wahnsinnig viel weiterbrachten.

Äh ...  ja, sagte ich schon es war nur ein Traum??