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Die Qualität der Zeiten E-Mail

photocase_kalender_norty.jpgÜber die Qualität der Zeiten kann ja grundsätzlich immer gestritten werden, aber selten häufen sich die Klagen über die heutige Zeit so sehr wie im Augenblick. So gesehen wird es für viele ein außerordentliches Vergnügen sein den 31. Dezember zu begrüßen, um die aktuelle Zeit endlich zu verabschieden.

Die Qualität der Zeit wird wohl in erster Linie daran gemessen, wie viele Steine einem in welchem Zeitraum in den Weg gelegt werden, wie sehr man bedroht ist darüber zu stolpern und wie einfach es ist, diese wieder wegzukicken. Große Steine, noch schlechtere Qualität. Eigentlich ganz umgekehrt zu so vielen Dingen im Leben, denn normalerweise heißt es je größer umso besser. Bei den Steinen die einem in den Weg gelegt werden ist es anders. Kieselsteine sind willkommen. Über die kann man latschen oder wenn notwendig, mit der Schuhspitze hineinkicken, dass sie nur so zur Seite spritzen. "Haut endlich ab."

"Fuck", wie oft hörte ich dieses Wort heute wohl von Personen an denen die Zeitqualität ordentlich nagt. "Wird schon wieder vergehen" versuche ich aufzumuntern und schiebe unverbindlich ein verbindlich wirkendes Lächeln nach. "Denke an den 31. Dezember, denn mit dem 1. Jänner wird alles anders." Wer`s glaubt wird selig, aber gut für die, die glauben können. Mit 1. Jänner wird wieder alles besser. Mein aktuelles Pflaster für alle die mich anraunzen, wie es so schön im Osten Österreichs heißt. Hier wird ja über alles geraunzt. Über überfüllte Öffentlichen Verkehrsmittel, über das schlechte Benehmen der jungen Generation, auch Schüler genannt, geraunzt wird auch über das Essen in der Kantine, da raunze ich sehr gerne mit, geraunzt wurde auch öfter mal über d`Chefin, aber die ist ja nicht mehr.

Nun sind besagte Steine ja nicht wirklich vorhanden, zumindest nicht als solche. Manche verschwinden wie sie gekommen sind, spontan und ohne Zutun. Also zurücklehnen und auf den 31. Dezember zuwarten um mit offenen Armen den 1. Jänner zu begrüßen. "Es wird Zeit, dass du endlich kommst, ich warte schon das halbe Jahr auf dich!" - höre ich einige in meinem Umfeld dem 1. Jänner entgegenbrüllen. Der wird sich verwundert umblicken und nicht wissen wie ihm geschieht.