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Zwei Welten E-Mail

aboutpixel_trash_volume.jpgGelegentlich bekommt man von irgendwo und irgendjemandem Termine aufgebrummt die einen bereits im Vorfeld nachdenklich werden lassen. Wie wird diese Person sein, wie wird der Ablauf des Treffens, wird es erfolgreich, und so weiter. Im konkreten ging es neulich um ein Treffen mit Radio Wien um das neue Buch "Kraftorte in Wien" zu promoten.

Dem Fotografen des Bandes fällt der kuriose Ansatz ein, das Treffen am Cobenzl abzuwickeln. Für einen Menschen der mit den Wiener Linien unterwegs ist und aus dem 7. Bezirk kommt, bedeutet diese Idee eine Reise von einer knappen Stunde. Noch dazu, wenn er irrtümlich in einen Bus einsteigt, der in der vorletzten Station vor dem Ziel plötzlich Endstation einschiebt und der Fahrer auffordert auszusteigen um auf den nachfolgenden Bus zu warten, der kam rund sieben Minuten später. Dazwischen lag in der Station ein Gespräch mit einer älteren, äußerst liebenswürdigen Pensionistin die am Weg zum Kahlenberg war um das neue Appartementhaus oder Hotel zu sehen und um das schöne Wetter zu nützen um Wien noch einmal von oben zu betrachten. Zum Abschluss des Gspräches übergab sie ein Pocket Coffee, nicht ohne darauf aufmerksam zu machen, dass es tunlichst nicht gequetscht werden solle, denn es würde sonst ausrinnen und die Taschen verunreinigen.

Am Parkplatz des Cobenzl warteten bereits Hadschi Bankhofer, der Moderator des Senders und Robert Bouchal. Geplant waren 10 kurze Geschichten von je zwei bis drei Minuten, die sich jeweils einem anderen Kraftort widmen sollten. Den ersten Aufnahmestandplatz mussten wir bald wechseln, weil es unglaubwürdig wäre, wenn laufend Busse am jeweiligen Kraftort involviert wären. Später löste die Flucht vor Bussen eine solche vor Schulklassen oder ältern vielsprechenden Damen ab. Absolute Ruhe war offensichtlich am Cobenzl erst zu finden, als die Aufnahmen fertig waren. Aber das ist vermutlich immer so. Das Wechselspiel war immer das selbe, Hadschi Bankhofer moderiert kurz den Kraftort ein und befrägt den Autor zum Platz um später vom Fotografen seine Impressionen zu erfahren, Abmoderation. Bevor der kurze Teil auf Sendung geht, moderiert ihn ein Sprecher im Studio auch nochmals ein. Das ergibt dann an zehn Tagen eine kurze Werbung für das neue Buch. Zu hören soll es gegen 10.20 Uhr sein, aber so genau weiß es Hadschi nicht. Er rechnete übrigens damit, dass wir uns zweimal treffen müssten und nur je fünf Orte zusammenbringen, aber offensichtlich waren wir so fit, dass wir in derselben, veranschlagten Zeit alle Orte unterbringen konnten. Wir sind gut.

Danach gingen wir oben in luftiger Höh Kaffee trinken. Herr Hadschi ist so hektisch, dass er nicht nur die Hälfte seines Kaffees verschüttete, sondern die Tasse auch nicht richtig unter den Automaten stellte und somit die gewählte Extra-Portion Zucker nicht in, sondern neben der Tasse landete. Aber es sah exzellent aus und der Kaffee hatte dadurch sichtlich weniger Kalorien, zumal sich Hadschi darüber beschwerte, dass er mit jedem eigenen Kinde immer mehr an Gewicht zulege. Es stellt sich mir nur die Frage, um wieviel nervöser er wäre, wenn er den Bauch nicht hätte der ihn ein bisschen auf die Erde drückt. Kaffee trinken am Kaffeeautomaten? Es war ein klösterlicher Ort irgendwo am Cobenzl und eines Tages zogen es die Schwestern vor nicht mehr selbst Kaffee zu brauen, sondern einen Automaten hinzustellen. Gleicher Ertrag, aber viel weniger Arbeit. Selbst im Klosterladen wird, zumindest was den Arbeitsaufwand betrifft, ökonomisch gedacht und schon demnächst soll es einen videounterstützten Beichtautomaten mit einer Weihwasserdusche geben. Hadschi Bankhofer erzählte, er hätte den Ort durch seinen Ehevorbereitungskurs kennengelernt. - Was für Kurse es nicht gibt ...