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So ein Arbeitstag kann sich ordentlich ziehen. Vor allem wenn es darum geht ab 16 Uhr in der Company ein Fest zu feiern, dem es gänzlich an Esprit fehlt. Dabei gab es in der Vergangenheit auch solche mit Pepp und Fantasie, Feste die Spaß machten und bei denen es sich gut aushalten ließ, beinahe eine Kür.
Heute waren ausnahmsweise Fremdkörper anwesend, Personen aus anderen Abteilungen und ich hatte den Eindruck der Stallgeruch passte nicht. Das Fest kam nicht in Schwung.
Da war ein Mann, extra laut, extra lustig, extra originell, er ist im Druck beschäftigt und dort muss man offensichtlich laut, lustig und originell sein. Eine Art Mann, die schwer auszuhalten ist. Er sitzt dir mitten auf der Stirn und versucht durch den Schädel direkt ins Hirn vorzudringen. Ich schüttle ihn ab, gehe zu einem anderen Stehtisch und lande im Raucherparadies. Wobei ich rasch merke, wenn ich mich nicht auf den Tisch stütze und einen halben Schritt zurück gehe, ist meine Nase so weit vom unmittelbaren Rauch entfernt, dass ich wieder halbwegs frische Luft bekomme. Ein unterhaltsamer Tisch mit einem hohen Luftemissionen, also nichts wie weg.
Am nächsten Stehtisch befanden sich zwei Zahlenmenschen die sich wenig zu sagen hatten. Einer davon, aus einem Fremdstall, mit einem interessanten Kleidungsstil, ich versuche mich in ihn gedanklich einzuklinken, es gelingt mir nur mäßig. Er liegt mir auch nicht. Außerdem beantwortet er mir keine Mails oder höchstens mit Wochen Verspätung. Natürlich habe ich ihn darauf angesprochen. Es war ihm peinlich. Mir nicht.
Ich sage den beiden Zahlenmenschen, dass ich mich auf französisch verabschieden möchte. Einer der beiden verstand es nicht und dachte es wäre ein unanständiges Angebot. Ich versuchte es ihm zu erkären, dass es sich um ein grußloses Abgehen handle. Er wollte es mir gleichtun, ging zum Nachbartisch und verabschiedete sich artig. Er hat es offensichtlich nicht verstanden.
Wie kommen die Spatzen in die Headline?
Ich fuhr direkt von der Firma, quer durch halb Wien, direkt in den Volksgarten zum Tempel. Dort hatten wir ein Picknick mit allem drum und dran. Ich wurde nicht gefragt und hatte vergessen zu sagen, dass ich gerade Brötchen und Alkohol in der Firma hatte. Um nicht zu enttäuschen aß ich eben noch zwei Vollkornbrote. Käse und Ingwermarmelade. Dazu gab es leckeren Hollundersaft, ein Geschenk einer sehr guten Freundin.
Wie kommen die Spatzen in die Headline?
Jetzt kommts, ein Spatz nähert sich uns. Ich werfe ihm ein Krümelchen vom Bio-Vollkornbrot hin. Er pickt es auf, frisst es und fliegt sofort wieder weg. Ich meine noch, dass es ihm offenbar nicht geschmeckt hat, sonst wäre er nicht wieder weggeflogen und hätte nach mehr gebettelt. Wir malten uns aus, dass es ihm so wenig geschmeckt hätte, dass er vor unseren Augen daran erstickt wäre und mit seinen kleinen Beinchen nach oben, gen Himmel zu liegen käme. Toter Spatz.
Dieser nicht. Dieser flog spontan weg und ich meinte, jetzt holt er seine Freunde weil das Brot so gut war. Wir mussten lachen.
Geschlagene fünf Minuten später kommt tatsächlich eine Horde Spatzen und mitten drinnen unser kleiner Freund. Es waren mindestens zehn Stück. Deshalb hat er so lange gebraucht, er musste erst die Meute zusammentrommeln.
Die vielen Spatzen fanden uns allerdings nicht im mindestens interessant und kehrten auf der Stelle wieder um. Nur der Kleine blieb noch kurz sitzen, sah uns an, ich glaubte noch ein entschuldigendes Schulterzucken gesehen zu haben und flog seinen Freunden nach.
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