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Vibrationen des Vollmondes |
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Die Polizei hasst Vollmondnächte, denn in solchen gibt es mehr zu tun als ihr lieb ist. Es scheint ganz so, als würde besagter Vollmond in so manchem menschlichen Hirn eine wahre Flut auslösen und es Dinge tun lassen, die ohne ihr wohl kaum zustande gekommen wären.
Ich erinnere mich heute noch an einen Nachbarn aus meiner Kindheit am Lande, ein äußerst freundlicher und gutmütiger Mensch. Er musste speziell in Vollmondnächten seinen alkoholischen Flutgedanken nachkommen und spülen was das Zeug hielt. Weil anschließend seine Steuerung durch den Alkohol stark beeinträchtigt war, kam es gelegentlich schon einmal vor, dass unser lieber Nachbar am Heimweg, obwohl vom Vollmond nahezu perfekt ausgeleuchtet, vom rechten Weg abkam und immer wieder im Ortsbach landete. Das Resultat der höchst gefährlichen, nächtlichen Irrwege war immer eine ordentliche, tagelang gut sichtbare Beule. Eigentlich ein kleines Wunder, dass er eines Tages eines natürlichen Todes starb und nicht im Ortsbach ertrank.
Choleriker sollen bei Vollmond noch cholerischer sein, so hört man zumindest, Sexakrobaten bringen es bei Vollmond zu wahren Höchstleistungen ihrer getriebenen Libido und sind oft nicht mehr Herr ihrer selbst. Zu diesem Thema sagte mir übrigens einmal ein guter Bekannter, er ist gerade 61 und immer mit etwas jüngeren Freundinnen bestückt, er meinte, das Alter wäre durchaus ein Segen, denn erstmals sieht er sich nicht mehr von seiner Libido so hemmungslos vor sich hergepeitscht. Ihn betraf es offensichtlich nicht nur zu Vollmondnächten.
Ich selbst liebe klare Vollmondnächte. Sie verfügen, sofern man sich darauf einlässt, über eine nicht enden wollende Energie und öffnen der Mystik Tür und Tor.
Herzlich willkommen oh du holde Vollmondnacht.
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