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Es gibt Dinge im Leben die mag man nicht und sollte man nur irgendwann einmal versucht sein die Ablehnung zu ergründen, bleibt oftmals eine vernünftige Antwort versagt. Mit der Frittatensuppe verhält es sich zum Beispiel auch so. Ich weiß, dass ich sie nicht mag, kann aber nicht begründen wieso dem so ist.
Seit ich denken kann weiß ich, dass ich keine Frittatensuppe mag. Selbstverständlich ließ ich mich auf die eine oder andere Verkostung der selben ein um erneut feststellen zu müssen, dass ich zwar Palatschinken schätze, aber deren feuchte Schwester, die Frittatensuppe keinesfalls. Ich vermag es auch nicht zu ergründen und löffle lieber meine Suppe klar, als mit besagter Einlage. Im Hause meiner Schwiegereltern werden mir bereits ohne wenn und aber Suppennudeln als willkommene Alternative serviert. Mir als einzigen - und ich fühle mich wohl dabei.
Bei der Erbsensuppe beziehungsweise beim Erbsenpürree weiß ich die Begründung sehr wohl. Beides schmeckt für meinen Gaumen wahrlich ekelhaft. Mag die Welt verhungern, Erbsenpürree kommt mir erst ganz zum Schluss auf den Tisch.
Zur Vervollständigung meiner Verweigerung der Frittatensuppe sei eventuell noch erwähnt, dass ich mir auch aus klarer Suppe nicht viel mache.
Hunger? Ich hier jetzt, nein, ganz sicherlich nicht. Ich komme von Freunden und bin wohl genährt, papp satt. Deren Sohn musste zur Genesung eine Frittatensuppe zu sich nehmen und das mag eventuell der Grund meines kulinarischen Ausfluges sein. Ich verstand ihn nur zu gut - und er musste aufessen, was eventuell dazu führt, dass er in erwachsenen Jahren sich besagter Suppe vollständig versagt.
Als Kinder hat man sich immer gefragt:
"Was ist denn dein Lieblingsessen?"
ich hatte nie eines. Ich wusste nur, was ich keinesfalls essen wollte. Unter anderem Frittatensuppe, Erbsensuppe und Erbsenpürree. Das wusste ich. Würde ich dies heute gefragt werden, fällt mir eventuell als erstes der herrliche Raindling aus Kärnten ein, der mir alljährlich von einer guten Bekannten knapp vor Ostern per Post geschickt wird. Wie beim Pawlowschen Experiment öffne ich das Paket und versuche es erst gar nicht vor dem spontan austretenden Speichelfluss zu retten - es wäre hoffnungslos.
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