Zugegeben, die Headline klingt dramatischer als es ist. Ich befinde mich in Wahrheit für fünf Tage auf Urlaub und fröne dem süßen Nichtstun. Zumindest den ganzen heutigen Tag tat ich außer schwimmen zu gehen, mich gut zu unterhalten und gut zu essen nicht viel. Morgen wird allerdings alles anders.
Am Weg in den Urlaub rief mich mein Verlag an und die "Fahnen" von "Kraftorte in Wien" sind fertig und es wären nun die Bildtexte an der Reihe. Natürlich kommen diese auch von mir. Nun gab es nur zwei Möglichkeiten, entweder warten, bis ich wieder in Wien bin, oder mit der Post das Buch nachsenden. So sind wir nun auch verblieben. Das heißt weiters, dass aus fünf faulen Tagen, ein fauler und vier weniger als halbfaule Tage werden. "Fahnen" sind die ausgedruckten Seiten des noch nicht geschnittenen und gebundenen Buches. In diesem Zustand sind natürlich Veränderungen und Ergänzungen möglich. Irgendwann werden die "Fahnen" geschlossen und zur Druckerei gesandt.
Also bahnt sich selbst im Urlaub wieder Arbeit an. Eine meiner Lieblingsgeschichten in diesem Zusammenhang lautet:
Nach meiner Geburt stand eine liebliche Fee vor meiner ramponierten Kinderwiege, lächelte mich milde an und berührte mich mit ihrem Zauberstab auf dem sich ein großer glitzernder Stern befand. Mit heimeliger Stimme sagte sie dann: "Du Mops ..."(die meisten Kinder sehen in dem Alter ja mopsig aus und es soll sich keinesfalls auf mein heutiges Aussehen beziehen) ... "Du Mops wirst sehr gerne und viel arbeiten. Du wirst Gefallen daraus ziehen.." und so weiter, sie sprach über zehn Minuten. - Somit ist wohl erklärt, wieso ich so emsig bin.
Zwei von einander unabhängige Astrologen, Gerda Rogers war die eine Hälfte, diese meinten zu mir, dass ich auffällig viele Planeten im "Haus der Arbeit" hätte. Das würde bedeuten, dass ich gerne arbeite und daher auch viel arbeite, dass ich selbst aus der Arbeit Energie ziehen kann. - Meine KollegInnen werden mich darum beneiden, wenn sie das hier alles lesen.
Wird schon alles so stimmen. Wie ist es sonst erklärbar, dass ich zu meiner 37,5 Stundenwoche meist noch Überstunden mache und wenn es sich ausgeht pro Jahr ein Buch produziere. Aber zugegeben, die Zeiten der Doppelbelastung strengen mich doch an. Es ist keinesfalls so, dass sich alles von allein erledigt und es fließt schon mehr Energie hinein als heraus kommt.
Ein Wunder! - Es ist ein Wunder! Er springt halb nackt vor die Haustüre und sein Partner lässt selbstverfasste Bücher auf ihn regnen.
Autsch ... so geht das nicht.
Ein Wunder! - Es ist ein Wunder! Er springt im Sarong vor die Haustüre und sein Partner lässt parfümierte Rosenblätter auf ihn regnen.
Na bitte. Es muss ja nicht jeder Text auf Anhieb funktionieren. Aber was habe ich von einer deformierten Schädeldecke und somit noch weniger Hirn im Hirn. Passt eigentlich überhaupt nicht hierher, ist aber lustig zu lesen finde ich. Und die selbstverfassten Bücher passten durchaus zum Thema. Die parfümierten Rosenblätter nicht.
Morgen soll es angeblich regnen. Gut, dass die "Fahnen" vom Verlag kommen und gut, dass ich mich über Webmail in mein Firmenaccount einloggen kann, um Mails zu beantworten, wie ich es vor 20 Minuten auch bereits getan habe. Solche Mitarbeiter kann man sich nur wünschen. Wäre ich mein eigenes Krokodil, dann hätte ich mich längst belobigt und mir zumindest den "Silbernen Krokodilverdienstorden am Bande" verliehen. Zusätzlich hätte ich mir zumindest ein Monatssalär extra überweisen lassen. Leistung muss gewürdigt werden. Minderleistung ebenso. Kollegen die ständig pausieren, schwätzen und rauchen, erhalten 10 kg Bleigefäße für die Arbeit umgelegt, diese schleppen sie mühsam nach und das dadurch plakativ zur Schau gestellt Arbeitstempo, wirkt sich umgehend auf eventuell noch vorhandene moralische Verpflichtungen aus. Keine Sorge, die Gewichte bleiben nicht ewig, die können durchaus auch abgestreift werden. Schafft man es hingegen innerhalb eines Jahres nicht die Gefäße abzulegen, wird man mit Schimpf und Schande aus dem Unternehmen vertrieben. Der Antrag eines bösartigen Kollegen, diese auch noch zu teeren und zu federn und dann erst mit Schimpf und Schande zu verjagen, wird abgelehnt. Das geht eindeutig zu weit.
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