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Einladung im Hotel Imperial E-Mail

photocaseslamheeq5asg2.jpgEine Einladung ins honorige Hotel Imperial hat schon was. Ein nobles Dinner in überschaubarem Rahmen, gutes Essen, Kerzenlicht, feine Unterhaltung, mit vorzüglichen Weinen. So stellt es sich der sprichwörtliche "kleine Max" eben vor.

Wird man hingegen eben dort zu einer "Vienna Snow Ball Party" eingeladen, decken sich die hoch gesteckten Erwartungen keinesfalls mit der Realität. Stehparty ist angesagt und vorübereilende KellnerInnen mit lukullischen Verführungen. Später folgt ein Buffet.

Meine neben mir stehende Nachbarin, Sabine Schmeller vom KunstHausWien meinte zum dargebotenem Show-Act: "Das ist ja wie in Tirana." Nachdem ich nie in Tirana war, kann ich das natürlich nicht beurteilen. Aber Tirana scheint noch sehr bodenständig zu sein. Ulkig war der Sänger im Show-Act, man machte sich nicht erst die Mühe ein Playback für ihn zu organisieren und so sang er "My Way" über die Stimme von Frank Sinatra. Frank Sinatra gewann das Duell bei weitem, was den verzweifelten Blick des Sängers noch etwas verzweifelter werden ließ. Wem fällt so etwas ein?

Persönliche Unterhaltung boten Christa Karas (Die Presse) und Günter Traxler (Der Standard). Ich kann aus eigener Erfahrung nur auffordern sich den beiden zu nähern, sofern man sich auf der Suche nach etwas Geist befindet, wird man hier mehrfach fündig.

Den Generaldirektor des Hauses mit dem schwäbischen Akzent und dem eindeutig spanischen Namen traf ich ebenso wieder. Nachdem meine leider schon verstorbene Großmutter auch aus dem Schwabenland stammte, erinnert er mich immer sehr an sie und ich schlug ihm gar in einer schwachen Stunde, aber nicht auf der "Vienna Snow Ball Party" vor, er möge sich doch für mich einmal eine weiße Perücke aufsetzen und mit mir etwas Zeit verbringen. Der Mann hält viel aus und war vermutlich karrierebedingt keinesfalls so schockiert wie man es vielleicht ob des Ansuchens vermuten würde. In diesen Hierarchiehöhen hat man vermutlich schon mehr erlebt als meinen anrüchigen Wunsch nach einer weißen Perücke.