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Sie haben noch keine Fahne an Ihrem Auto? Sind Sie wahnsinnig? Denn derzeit gehört es zum guten Ton den Patriotismus bis zum endgültigen Erbrechen raushängen zu lassen. Die Österreicher fahren mit österreichischen Fahnen, die Türken mit den ihren oder im Falle einer kleinen Unentschlossenheit mit beiden und motorisiertbeflaggte Schweizer mit Löchern in ihren Autos waren auch schon zu sehen.
Was früher Lotto allein war, sind mittlerweile Lotto und die Fahnen, nämlich eine äußerst günstige Gelegenheit um sein Quantum an Idiotensteuer abzuführen. Dabei dürfte es sich nicht herumgesprochen haben, dass man mit besagten Fähnleins keinesfalls über 80 kmh fahren darf. Anders ließen sich die vielen toten Flaggen an den Rändern Österreichs Autobahnen nicht erklären. Es soll bereits Motorradfahrer gegeben haben, die mit einem Stück herbeifliegendem Österreich konfrontiert waren. Es dürfte sich auch noch nicht herumgesprochen haben, dass die Versicherungswirtschaft bereits aus der Haftung genommen wurde und keinesfalls für einen Schaden aus den aufmontierten Flaggen aufkommen möchte. Und wo bleibt hier der Patriotismus? Der hört sich wohl auf, wenn es ums Geld geht.
Die Luft möchte es einem abschnüren dieser Tage. Fahnen unterschiedlichster Herkunft gondeln durch Österreich. GÖSSER, das edle Blonde verscherbelt Fahnen mit riesigem Firmenschriftzug auf der einen Seite und ein wenig Patriotismus auf der anderen. Der KURIER treibts dezenter und die Kronen Zeitung entschied sich für ein aufgedunsenes Hendl, das wohl mal ein Bundesadler werden möchte. Der Weg ist weit und steinig.
Ursprünglich wollte ich jedes Wochenende im Juni sehr weit weg von Wien verbringen. Mittlerweile etliche Geschäftsideen reicher, steht nichts mehr im Wege den schnöden Mammon per Scheibtruhe nachhause zu führen. Nachdem in Berlin bei ähnlichen Veranstaltungen an die 90 cm Erde abgetragen werden musste, weil sie durch Urin vollständig vergiftet war, erfand ich das mobile Pissoir. Nicht so ein Toi Toi Toi und wie sie alle heißen, sondern wirklich mobil. Man muss es nicht erst suchen, es kommt zu einem wenn man es braucht und nur laut genug ruft, hüpft oder sonst wie um Aufmerksamkeit buhlt. Hinten nach, am Leiterwagerl gibt es dann neues, frisches kühles Blondes und Laugenbrezeln. Es wird also ein anstrengender Juni, aber ein äußerst lukrativer. Ab Juli habe ich ausgesorgt und vermarkte nur noch das bereits weltweit patentierte mobile Pissoir.
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