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Ist nicht so schlimm E-Mail
photocase_de_rick._4dyf5fz82.jpgWenn einem ein Ziegel auf den Kopf fällt und man nicht gleich tot umfällt, dann kann man offensichtlich von Glück sprechen und lauthals hinausschreien: "Ist nicht so schlimm, ich lebe noch, bitte gehen Sie weiter." Auch wenn es ordentlich weh tut, ist es nicht so schlimm, schließlich könnte man mausetot sein. So lange der Tod hinter einem nahezu undurchdringlichen Vorhang genüsslich, sabbernd vor sich hinlächelt und gierig mit dem knochigen Finger auf einen zeigt, man nicht weiß, was danach kommt, zahlt sich ein Überleben immer aus. - Auch mit deformierter Birne.
Nun ganz so schlimm muss es nicht sein. Man tausche den Ziegelstein und die zermatschte Birne gegen einen vergessenen Schlüssel und einer dadurch bedingten zusätzlichen Reisezeit von 2 Stunden. Ist ja nicht so schlimm.

ich fahre wie immer von der Firma weg, es ist knapp nach 17 Uhr, retour im Text ...   ich fahre keineswegs wie immer von der Firma weg, denn unterwegs, noch im Gebäude renne ich meinem Lieblingskollegen über den Weg, der mich unmittelbar ins Herz der Stadt mitnimmt. Dort angekommen telefoniere ich mit dem Freund den ich eigentlich treffen sollte, der aber war wiederum noch in der Firma und ich wollte nicht so lange warten. Ich verschob also das Treffen und ging noch kurz einkaufen und anschließend heim. Kurz vor dem Zuhause schieben mich die Gelüste noch, halb widerstrebend, in den HOFER vis a vis, um in Schlangenlinien die Eisvitrine anzusteuern. Schlagenlinien nur deshalb, weil es ja noch andere interessante Hoferdinge für mich geben könnte. Vor der Eisvitrine stehend nehme ich zur Kenntnis, dass in so einem riesigen Eisbecher auch sehr viel andere Stoffe außer Eis sein können, also beschließe ich doch nichts zu kaufen, nebenbei dachte ich an meine Figur die keinesfalls Badehosencharakter aufweist, und ging an der Kasse vorbei aus dem Laden, nicht ohne dem Eis doch noch ein wenig nachzulechtzen.

Vis a vis, vor der Haustüre stehend krame ich wie immer im Hosensack nach dem Schlüssel, um feststellen zu müssen, dass sich an der erwarteten Stelle kein solcher befand. "Im Auto verloren", "In der Firma am Schreibtisch" waren die in Sekundenflashes einschießenden Gedanken. Letzteres bewahrheitete sich schließlich. Zusätzlich dachte ich mir, was täte ich jetzt mit dem Eis. Danke Buddha, du bist wahnsinnig aufmerksam.

Heutzutage haben Portiere meiner Firma keine Generalschlüssel mehr. Wie komme ich also dann in ein Büro, das von außen versperrt wurde, von Kollegen mit denen ich das Büro zu meinem alltäglichen Gaudium teile. Der Portier vertraut mir an, dass es rund um die Uhr einen Hauselektriker im Unternehmen gäbe, er ihn aber "auf Weisung" nicht mehr anrufen dürfe. Also ließ ich mir von dem Mann mit dem Generalschlüssel die Telefonnummer geben und nach wenigen Minuten kam er auch und sperrte mir das Büro auf. Auf dem Schreibtisch lag der Schlüssel, den ich müde und gedankenverloren habe liegen lassen.

Die Jahreskarte der Wiener Linien war gut genützt, schließlich saß ich heute an die 4 Studen, abzüglich der Fahrt mit meinem Lieblingskollegen, in deren Gefährte. Aber es ist ja nicht so schlimm.