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In anderen Umständen E-Mail

photocase_de_french_03_zg5x26fy2.jpgScheinschwangerschaften bei Männern soll es ja schon gegeben haben. Schwangerschaftsbäuchleins bei Männern, weil sie essenstechnisch mit ihren Frauen in der Schwangerschaft mitzogen gab es auch schon. Ich befinde mich in anderen Umständen, allerdings als Vater und die Mutter ist ein Verein namens "Connecting People".

In einigen Tagen ist es soweit, dann bekomme ich von der Mutter ein Mail und sie wird mir mitteilen wer mein "Kind", besser gesagt mein Patenjugendlicher sein wird, aus welcher Einrichtung er kommt und wie ich ihn und seinen Betreuer am besten erreichen kann. Mein Patenjugendlicher wird ein "unbegleiteter minderjähriger Asylant" sein, einer der sich einen Paten wünscht um einen sozialen Anker im Land seiner Wahl setzen zu können. Die anderen Umstände dauerten genau ein Jahr, denn im vergangenen November sah ich einen Bericht über die Einrichtung "Connecting People" im STANDARD und entschloss mich sehr bald selbst mitzumachen. Durch einen Leiterinnenwechsel verzögerte sich alles und vor 8 Wochen begann ein Kurs in dem den potentiellen PatInnen vieles in Bezug auf Asylrecht, Fremdenrecht, Beschäftigungsrecht, dem Umgang mit traumatisierten Jugendlichen, usw. nähergebracht wird.

Nun fühle ich mich bereiter und habe keinen Bammel mehr davor, ich könnte wahnsinnig überfordert sein. In einigen Tagen erhalte ich ein Mail in dem mir mein Patenjugendlicher skizziert wird. Dann liegt es an mir einen Schritt  nach vorn zu machen um ihn kennenzulernen. Aus welcher Kultur wird er entstammen? Was werden seine Motive zur Flucht nach Österreich gewesen sein? Hat er Familie in seinem Ursprungsland? Wie gut wird sein Deutsch sein? Wird er traumatisiert sein? Ist er ernst oder lustig? Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Letzteres ist am ehesten zu beantworten, der Großteil der minderjährigen Asylanten sind männlich.

Der neue Patenjugendliche wird mit Sicherheit auch fixer Bestandteil dieses Blogs werden. Es soll öffentlich gemacht werden, dass es Österreicher gibt die sich gegen BZÖ und FPÖ und deren Forderungen stemmen. Die mutig genug sind, sich auf ein Abenteuer einzulassen auf Basis Asylant. Die Hauptaufgabe liegt keinesfalls darin, die Menschen so rasch wie möglich durch das Asylverfahren zu bringen, vielmehr geht es darum sozialen Halt zu schenken, ihnen etwas Zeit und Gemeinsamkeit zu widmen.