Ist man in Wien als Gourmand auf der Suche nach übergroßen Portionen durchaus deftiger aber guter Hausmannskost, landet man unweigerlich, vorausgesetzt man weiß ob des kulinarischen Hammers, in der Burggasse 63.
"Zu den 2 Lieserln" nennt sich das Lokal, es ist ein uriges, sehr wienerisches Beisl mit ebensolcher Küche. Das Lokal gibt es seit über 100 Jahren, die 2 Lieserln gab es etwas kürzer, von 1974 bis vor einigen Jahren. Heute steht das Beisl unter männlicher Führung, heißt noch immer so und verfügt über gratis WLAN im Garten, denn auch einen Garten gibt es bei den 2 Lieserln. Typisch Wien, ist er zwischen Hauswänden eingepfercht, allerdings gibt es den Luxus eines Baumbestandes der den Garten noch eher wie einen solchen aussehen lässt.
Die Empfehlungen:
Suppenfreunde finden bei den Lieserln tiefe Befriedigung und gehaltvolle Suppen. Anhänger von Schnitzel, Cordon Bleu und Co werden diese vermutlich nie wieder vergessen. Vor allem wenn sie ganz darauf vergessen eine kleine Portion zu bestellen. Das kleine Schnitzel oder Cordon Bleu ist bei den Lieserln ungefähr so groß wie auswärts ein großes. Die normale, große Portion wiederum entspricht draußen ungefähr einer doppelten Portion. Alles klar? Darum fiel es mir leicht von Gourmands zu sprechen und die Gourmets rechts außen zu lassen. Dem wahren Gourmet ist es hier mit Sicherheit zu deftig und vor allem von allem viel zu viel.
Schafft man seine Portion nicht, wird gerne mit Verpackung ausgeholfen. Die ist nämlich billiger als die Entsorgung der Reste. - Denke ich mir zumindest.
Wir waren heute voll bester Absichten, natürlich bestellten wir jeweils eine kleine Portion und sonst nichts, keine Suppe, kein Dessert. Natürlich wollten wir nach dem Essen zur besseren Verdauung eine Runde durch die Stadt ziehen. Es blieb allerdings bei den guten Vorsätzen, denn die Lieserln forderten ihren Tribut und verhinderten erfolgreich jede Bewegung, außer die kürzeste Strecke nachhause um dort ein Weilchen toter Käfer zu spielen.
Wie bereits erwähnt, bei den 2 Lieserln bekommt man von allem viel zu viel und das zu einem guten Preis.
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