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Wann schnupperten wir zum letzten Mal den Duft der großen Ferien? Damit sind nicht die unglaublichen Sommermonate längst vergangener Schultage gemeint, vielmehr einfach ein paar freie Tage um sich für wenige Stunden dem Erholung bringenden Nichts hinzugeben.
Ferien! Grundsätzlich dachte ich unabkömmlich zu sein. Bisher war es tatsächlich auch so. Das Rad drehte sich schnell, mein Ehrgeiz oder Fleiß oder beides, mindestens ebenso schnell mit ihm. Kollegen werden es mit Sicherheit nicht verstehen, ich nahm mir sogar mein Telefon mit in den Urlaub, um die eine oder andere Anfrage umgehend beantworten zu können, um Kollegen zu entlasten und mit meinen Dingen keinesfalls zu belasten.
Nun ist vieles anders. Als stünde mindestens ein korrupter Teppich zwischen mir und meinem Dienstherren. Ferien sind plötzlich Ferien, Dienst, Dienst und das Telefon dort wo es für mich jetzt hin gehört, im Office bei den Kollegen.
Eine Woche Pensionistenleben, zwei Stunden täglich Spaziergänge, regelmäßiges Essen, Ansprache, Fotografie, gesellschaftliche Treffen. Ferien eben. Und ich dachte schon ich könnte mich nie daran gewöhnen.
Allerdings die Wetterabhängigkeiten mögen keinesfalls unerwähnt bleiben. Heute zum Beispiel schneite es tatsächlich den halben Tag, ich längst auf Frühling eingestellt, mit leichten Turnschuhen unterwegs, also keinesfalls allwettertauglich. Wir kompensieren durch erhöhte Nahrungsaufnahme und vernichten Stunde um Stunde mit NICHTS.
Und nachdem dieser Blog gelegentlich von meiner von mir sehr geschätzten Yoga-Lehrerin gelesen wird: ICH TAT ES GESTERN!
Drei Sonnengrüße, unterbrochen von mehrmaligem Kopfschütteln ob der steifen, wenig bemühten Glieder. Es blieb bei drei Sonnengrüßen, steif aber soweit ordentlich. Mehr Zeit war nicht, wir waren gehetzt und mussten uns dem Frühstück widmen. Essen siegt allemal, auch vor Yoga. Hetze vortäuschen und Frühstück unverschiebbar machen. So trickst man sich selbst in den eigenen Vier Wänden aus, wenn es um Yoga oder andere Anstrengungen geht.
Der erste Blog seit einer knappen Woche ist somit vollendet, die Inspiration noch immer nicht versiegt. Ich dachte eine Quelle muss abgeschöpft und solcherart stimuliert werden. Dem ist nicht so. Man glaubt noch, sie sei versiegt, bläst den Staub weg. Trommelt mit den Fingern auf den Boden, kratzt mit den kurzen, viel zu weichen Nägeln nach und langsam sickert köstliches Nass duch den Sand, formiert sich zu einem Bächlein. - Vollkommen übertrieben. Bächlein ist es noch lange nicht, ein bisschen mehr kratzen, freilegen, noch mehr kratzen, das Bächlein ist nun doch da. So schnell gehts in der Schreiberei.
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