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Der Rabe Ruby E-Mail

rabe.jpgHedwig eine Freundin von mir bekam unlängst einen Raben. Und weil das ganze so vergnüglich ist, verdient Ruby, so heißt das niedlich aufgeweckte Flattertier, eine eigene Geschichte. (Hedwig ich hoffe Du verzeihst mir, wenn ich manche Details nicht mehr so genau weiß oder Inhalte wesentlich ungenauer wiedergebe, als Du sie mir erzählt hast.)

Die Geschichte begann jedenfalls an einem stürmischen Tag.

Hedwig wohnt gegenüber dem Augarten in Wien und als Sie nachhause kommt, liegt ein riesiger Ast gegenüber dem Haus am Gehweg, darauf ein Nest, unter dem Nest ein junger toter Rabe und daneben ein ebenso junger verschreckter Rabe. Und nachdem auch nach einiger Zeit keine Rabeneltern auftauchten um ihr Junges zu bergen, nahm Hedwig Ruby, wie sie das Flattertier taufte, kurzerhand mit und baute am Balkon ein kuscheliges Nest.

Bezüglich des Geschlechts ist sich Familie Hedwig uneinig, denn Hedwig tippt auf "weiblich", Anna auf "männlich". Und ich bin neutral und tippe auf ein geschlechtsneutrales Rabenwesen.

Die ersten paar Tage waren durchwegs kritisch, aber Ruby schien stark genug zu sein um zu überleben und hatte kräftigen Appetit. Ich sorgte noch für einen Knowhowtransfer zwischen meiner Grafikerin Petzy und Hedwig, denn Petzy hatte einen "Herbert" und wusste über die Aufzucht von Raben sehr gut bescheid, obwohl es sich bei "Herbert" in diesem Fall um eine Taube handelte. Aber das ist eine andere Geschichte, allerdings eine nicht minder vergnügliche.

Mittlerweile wissen wir, dass junge Raben Katzenfutter, Faschiertes, Früchte und vieles mehr lieben und, dass sie vor allem sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit benötigen.

Ruby ist augenblicklich täglich damit beschäftigt seinen Aktionsradius auszudehnen, trainiert seine Flügel und kackt zwischendurch was das Zeug hält. Dadurch, dass Raben Allesfresser sind, riecht es auch dementsprechend. - Sagt Hedwig.

Unlängst wollten Hedwig und Anna mit Ruby in den Park, sie mussten allerdings schon in der Wohnung umdrehen und das Flattertier auf den Balkon zurückbringen, es war ihr / ihm einfach nicht geheuer und sie / er bekam ungeheure Panik.

Hedwig fand es dieser Tage merkwürdig, dass Ruby noch immer nicht allein frisst und beobachtete sie dabei, dass sie es zaghaft versuchte, aber den Versuch auf der Stelle aufgab als Hedwig sichtbar wurde. Ich meinte es wäre ein typisches Findelkindsyndrom. Ruby braucht ganz viel Liebe und will daher unbedingt noch ein wenig länger gefüttert werden als es an und für sich nötig wäre.

Ruby ist jedenfalls eine wahnsinnig entzückende Erscheinung und ich liebe es wenn mir Hedwig von neuen Flatter-Abenteuern erzählt. Vielleicht demnächst mehr ...