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Land der Keller E-Mail

photocase_de_sto.e_rxwm8b2m2.jpgWas haben Sie in ihrem Keller? Ich für meinem Teil verfüge nicht nur über einen Keller, sondern sogar über eine unversperrte Kellertüre, nachdem sie vor etlichen Jahren im Rahmen eines Generaleinbruches krimineller Bösmenschen aufgebrochen wurde. Damals fanden sich alle Kellertüren unseres Hauses widerlich geöffnet. Den dort gelagerten Wein nahmen sie nicht mit, die Überbleibselfliesen auch nicht. 

Was bei den Nachbarn fehlte weiß ich nicht mehr, aber das eine oder andere wirds schon gewesen sein. Seit dem ist die Kellertüre unversperrt und wie ich seit einem Jahr weiß, war der Keller ohnehin nur von einer älteren Dame im Haus durch meine Vormieter auf unbestimmte Zeit ausgeborgt. Als die alte Dame auszog um in einem Pensionistenheim einzuziehen, ließ sie unseren Keller vollends entrümpeln. Somit wurden wir unserer Überbleibselfliesen, alten Umzugskartons etc. verlustig und das war schon gut so. Der Wein wurde bereits zuvor getrunken, von uns und sonst niemandem.

Bei meiner Omi befand sich hauptsächlich Brennholz im Keller. Es gehörte sehr früh zu meinen fixen Aufgaben rund zwei Festmeter davon jährlich klein zu hacken, um damit über eine quasi Umsatzrendite meinen Oberkörper aufzubauen und Omi nicht frieren zu lassen. Weiters gab es jede Menge Kohle, selbstgemachte Marmelade und Kompot sowie Schi, Stöcke, Fahrräder. So sehen eben Keller am Lande aus.

Bei meinen Schwiegereltern wiederum ist der Keller das reine Paradies, denn dort stehen Kühlschränke, Tiefkühlschränke, Buchregale, und vieles mehr. Der Nachteil dieses Kellers ist das gelegentliche Hochwasser das von unten her durch den Kanal eindringt. Dann wird geschimpft, geschöpft und wieder trocken gelegt. In den vergangenen Jahren passierte es allerdings nur einmal, dass Wasser von draußen herein quoll.

Ich will mir nicht ausmalen was in den Kellerfluchten in Wien alles zu finden wäre. Es heißt die gesamte Innenstadt sei unterkellert. Ein breites Betätigungsfeld also für alle Herren die jemanden für immer an sich binden wollen. Durch das U-Bahn-Geratter hört man die Schreie und Klopfzeichen nicht. Die U-Bahn kümmert es nicht und die Anreiner denken die U-Bahn sei es. So ist jeder von uns aufgefordert die eigenen Keller penibelst zu untersuchen, damit später nicht gesagt werden muss, man hätte nie etwas bemerkt. Die Räuber sind mitten unter uns, sie müssen nur enttarnt werden.