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Wiener Linien E-Mail

eisbaer.pngIst es ein Vergnügen täglich rund 50 Minuten je Richtung mit den Wiener Linien fahren zu müssen? Grundsätzlich ist es natürlich von einem wahrlichen Vergnügen so weit entfernt wie der Eisbär vom Südpol. Für alle Nichtkenner des Südpols, es gibt dort Pinguine großer Zahl, allerdings keinen einzigen Eisbären.

Bei der heutigen Hinfahrt, gemeint ist hin - zur Arbeit, ging alles soweit glatt. Ich kam nahezu pünktlich an. Heimfahrend glaubte ich zuerst beim Verlassen des Büros ich würde in einen Backofen stürzen. Der Bus kam pünktlich, die U-Bahn auch. Im Bus traf ich übrigens eine bezaubernde ältere Frau, knapp vor der Pension, eine etwas intimere Grußbekanntschaft, Chefsekretärin beim Taxifunk. - Ich schweife ab. Aber es gibt ja so viel zu erzählen. Ich überließ ihr meine Zeitung von morgen, denn jetzt wollte ich quatschen und nicht lesen.

Das taten wir dann auch ausgiebig. Sie fährt übers Wochenende mit ihrem Mann nach Venedig und bewohnt dort eine kleine Pension, mitten im Zentrum, um ungefähr 90 Euro pro Zimmer. Allerdings nur mit Frühstück und das ist noch dazu so mickrig, dass sie sich ihr Frühstück im Laden selbst besorgen. Essen gehen sie dann abends ins Studentenviertel. Nicht der Studenten wegen, sondern aufgrund der leistbaren Preise, weil nicht auf Touristen abgestimmt.

Ich schweife schon wieder ab.

Die U-Bahn streikte mal wieder, natürlich die U6, jeder der Wien kennt weiß, dass diese U-Bahn am störungsanfälligsten zu sein scheint. So saßen wir in der Hitze der U-Bahn, die ältere Frau und ich, und wurden vom Fahrer informiert, dass es zu einem Aufenthalt kommt weil der Zug vor uns defekt sei. Dabei hatte ich das selbe gestern schon einmal.

Und täglich grüßt das ...   ach egal.

Wir fuhren wieder ein Stückchen weiter um erneut in einem der vielen Tunnels stehen zu bleiben. Wir blieben lange stehen. Dann fiel zum Gaudium vieler das Licht zweimal aus. Taschendiebe, Lustmolche und Klaustrophobiker hätten ihre Hochzeit.

Wir fuhren wieder weiter und wurden vom Fahrer informiert, dass nicht nur der Zug vor uns defekt sei, sondern mittlerweile auch unser Zug. Es scheint sich um eine Art Virus zu handeln. Passagiere dürfen aufatmen, dieser Virus scheint ausschließlich die Technik der U-Bahn-Garnituren zu befallen.

Die ältere Frau war bereits ausgestiegen, erlöst von dieser U-Bahn wie ich lächelnd, zum Abschluss grüßend, mit etwas neidverzehrtem Gesicht vermerkte.

"Grüßen Sie mir Venedig!"

So stieg ich, begleitend von allen widerwillig Mitreisenden, bei der nächsten Station aus. Hörte noch wie ein Fahrgast von einem zweiten solchen gefragt wurde ob man warten solle und noch ein Zug käme. Dieser bejate die sonderbar anmutende Frage und ich konnte mich nicht zurückhalten, lachte laut und meinte es wäre zumindest vorgesehen, dass ein nächster Zug käme, aber man weiß ja nicht ... 

Meine 50 Minuten übliche Fahrzeit wurde von den Wiener Linien lustvoll auf etwa 85 Minuten erhöht. Für die nächste Panne schlage ich kess gekleidete Mädchen und Jungs vor, Erfrischungen kredenzend, Beschwerden an die Wiener Linien entgegennehmend. Ach ja, in Airlines soll man sogar Erfrischungstücher gereicht bekommen.

Zug fährt ab.