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Seit einigen Wochen werde ich sehr genau von ihm beobachtet und ich nehme an, er weiß genau so exakt über mich, mein Leben, meine Gedanken Bescheid, wie ich über ihn. Ich weiß mit wem er wo ausgeht, wann er aussteigt, aufsteigt, verliert oder gewinnt. Nein - eine Symbiose sind wir noch lange nicht.
Egal wo ich mich gerade aufhalte, er sieht mich und lässt mich wissen, dass er mich sieht. Er teilt mir mit was ich nicht wissen möchte und drängt sich mir unentwegt, nahezu penetrant auf. Wie Weihwasser auf des Teufels Haut - nur habe ich keinerlei Brandlöcher dort wo mich erwähnte Penetranz erwischt. Neulich erwirkte er die Gunst der Wiener Linien und nahm sie ruppig als Sprachrohr, ließ alle Anwesenden, auch mich, die Ergebnisse des aktuellen Spiels wissen. Der Fußball ist überall und kriecht in jede einzelne Fuge der Stadt, um bei einer Bewegung außerhalb der Fuge heraus zu springen und Ergebnisse entgegen zu brüllen.
Zwei zu eins für Portugal.
Drei zu zwei für Deutschland.
Unentschieden zwischen Russland und Fantasien.
Österreich scheidet somit aus und zwingt die Österreicher zu außertourlichen Depressionen.
Halt, ich kann es nicht mehr hören und noch weniger sehen. Wieso glauben die Wiener Linien sie müssten noch mehr Personal auf die Bahnsteige schicken. Personal, das nichts nütze ist und uns den Platz wegnimmt, das uns hämisch grinsend zwingt auszuweichen, wenn wir nach oben wollen. Kürzlich tollte es herum wie ein Haufen ausgelassene junge Hunde. Kontrolliert werden Kontrollore offensichtlich nicht, zumindest nicht bei den Wiener Linien.
Bitte zurücktreten! Machen Sie Platz für George Fußball! Haben Sie nicht gehört? Zurücktreten bitte!
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