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Och, hätte mich ein guter Freund nicht vor wenigen Tagen noch rasch in Sachen Fußball nachgeschliffen, dann wüsste ich vermutlich noch weniger als knapp davor. Jetzt kann auch ich mitreden und weiß, dass es zwei Linienrichter gibt, einen Tormann pro Mannschaft, einen, wie hieß noch einmal dieser Mann der wie ein Obermeister über das Spiel wacht und abwechseln gelbe oder rote Karten verteilt, vorausgesetzt die Jungs am Rasen benehmen sich nicht? Ach ja, Schiedsrichter, da ist es wieder - und man kann ihn bestechen, damit man das Spiel gewinnt oder ordentlich verhauen, falls er einen verlieren lässt.
Verwundert bin ich über die Fanhorden die sich gerade in der Stadt breit machen. Uniformesk in T-Shirts der jeweiligen Landesfarben, uniformesk geschminkt und mindestens genau so uniformesk im Auftritt. Wir sind Fußball. Jawohl und wer will kann sich dem gern entziehen, er wird es in Wien nur nicht schaffen. Und in Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt auch nicht.
Eine Freundin erzählte mir gestern, dass bei vergleichbaren Veranstaltungen in Deutschland die Vergewaltigungen um 30 % in die Höhe geschnellt sind.
Heute verglich ich Fußball mit Militär und schließlich war ich Zivildiener, wie kann mir dann auch Fußball gefallen. Aber so ganz stimmt es auch wieder nicht. Die Männer der heutigen Mannschaften, Portugal und Türkei, sahen ja gar nicht mal so übel aus. Und es sah so aus als könnten sie auch spielen, zumindestens taten sie so. Nur gelegentlich gab es "Schwalben". Auch hier musste ich mich erst aufklären lassen was damit gemeint sei. Was mir allerdings missfällt, sie spucken allesamt auf den Boden bzw. ins Gras. Also fein sind Fußballer nicht. In der Kaserne wird auch gespuckt. So stelle ich es mir zumindest vor.
Und die kleinen Flaggen werden nicht weniger. In der Schweiz sollen sie angeblich nicht so massig auftreten wie hier bei uns in Österreich. Sind wir daher patriotischer oder sind die Schweizer nur gescheiter? Wer soll das schon beurteilen? Schlage vor ein Schiedsgericht in Norwegen damit zu befassen.
Noch drei Wochen, dann ist der Zauber wieder vorüber. Aber bis dahin heißt es Zähne zusammenbeißen und mitgröhlen. Aber spucken kommt nicht in die Tüte, gespuckt wird nicht.
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