header image
Home arrow Blog arrow Apfel + Apfel = Unterschied
Apfel + Apfel = Unterschied E-Mail

markt_02_snygo_aboutpixel_de.jpgWas sich wie eine mathematische Unmöglichkeit anhört, ist vielmehr als "viele Äpfel probiert, kein Vergleich" zu verstehen. Gerade in der Vergangenheit sind mir wieder einmal Äpfel entgegengekullert die in ihrer Qualität tatsächlich unvergleichlich sind und mir in Erinnerung rufen, was mir in den vergangenen Monaten unter dem Synonym Apfel so alles angedreht wurde.

Unser Haushalt bezieht seine Äpfel in der Regel bei HOFER. Nun weiß jeder, aus der Zeit der STANDARD Qualitätsumfrage, dass HOFERS Obst und Gemüse nicht von schlechten Produzenten ist. Beinahe hätte ich "Bauern" geschrieben, aber von Bauern wird für den Großraum Wien kaum mehr etwas produziert und wenn ja, dann lässt es sich vornehmlich auf diversen Märkten, als entsprechende Ware deklariert, finden. HOFERS Äpfel sind in der Regel nicht übel. Besagte Regel beginnt vom Zeitpunkt der Ernte und dauert, wenn es gut geht, bis in den Februar oder März hinein. Da sind die Äpfel knackig frisch und schmecken meist auch nach etwas. Darüber hinaus sind die Dinger kaum mehr zu essen und wenn man den Verzehr übersieht, faulen sie rascher vor sich hin als einem lieb sein kann. Und wir sprechen hier nicht von Wochen, sondern in der Dimension von Tagen. Würde ich alle bisher verfaulten Äpfel auf einmal den HOFER-Tanten vis a vis auf die Budel kippen, würden sie in einem Wust von Fruchtfliegen und schimmeligen Fauläpfeln untergehen. Diese Filiale müsste zusperren, denn in Fauläpfeln lässt es sich schlecht überleben. Nachdem die HOFER-Tanten aber nett sind, werde ich das natürlich nicht tun und die Äpfel lieber mittels Blitzkurier nach Sattledt in die Zentrale schicken. Wenn HOFERS Zentrale schon einmal etwas von funktionierender Kundenbindung gehört hat, bekomme ich noch mit dem selben Boten die gleiche Menge an guten Äpfeln retour. Mal sehen, ob diese länger halten.

Gestern und heute begegneten mir Äpfel in einer formvollendeten Beschaffenheit wie im Schlaraffenland. Saftig, frisch, wohlschmeckend. Ich hätte sie nicht alle aufessen dürfen, dann könnte ich sie wiederum den HOFER-Tanten auf die Budel knallen und lauthals rufen: "So bitte sehr sehen richtige Äpfel aus." Dann würde ich sie nötigen von den Äpfeln zu kosten und sie werden so sehr begeistert sein, dass es fortan nur noch ordentliche Äpfel bei HOFERS gibt. Meine erzieherische Tätigkeit im Diskonteinzelhandel hat also Äpfel getragen.

Ganz anderes Thema. Es gibt doch tatsächlich Eltern denen man auf Anhieb anmerkt, dass sie mit Kindererziehung und mit ihrem eigenen Kind im Allgemeinen wenig am Hut haben. Heute sah ich wieder so ein Elternpaar mit einem vielleicht drei- oder vierjährigen Jungen. Die Mutter, leicht affektierte Karrieretussi, er, ein teilnahmsloser, leicht übergewichtiger Vater, der aber zumindest sofort aufspringt, wenn der Kleine auf die Toilette muss. Der Kleine spielt seine eigenen Spiele und versucht dazwischen soviel an Aufmerksamkeit von den beiden zu erheischen wie es mit Singen, Schreien, Kerze ausblasen und so weiter, nur möglich ist. Man sieht ihr an, dass ihr der Restaurantbesuch in dieser Qualität nicht behagt und sie den Kleinen am liebsten umgehend seiner Nanny übergeben würde. Kind ist fein, aber die Erziehung, nein, die Erziehung soll unsere Nanny übernehmen. Und jetzt sei etwas ruhiger, hatten wir das nicht vor dem Abendessen so ausgemacht?